Am Golf von Aqaba besitzt Jordanien seinen einzigen Meereszugang – rund 27 Kilometer Küste am Roten Meer. Warme, klare Wassertemperaturen von etwa 20 bis 26 Grad, gesunde Korallenriffe und versenkte Wracks machen die Region zu einem der besten Tauch- und Schnorchelreviere des nördlichen Roten Meeres, geschützt im Aqaba Marine Park.

Das Rote Meer ist Jordaniens Fenster zur Unterwasserwelt. Wo Wüste und Meer aufeinandertreffen, wachsen erstaunlich vielfältige Korallenriffe – teils direkt vor dem Ufer. Dieser Steckbrief erklärt, was Tauch- und Schnorchelfans erwartet, welche Highlights die Küste bietet und was Sie bei Ihrer Planung beachten sollten. Wichtiger Hinweis vorab: Für Jordanien gelten derzeit eingeschränkte Reise- und Sicherheitshinweise – lesen Sie dazu unbedingt den Hinweis unten.
Warum ist das Rote Meer bei Aqaba so besonders?
Der Golf von Aqaba ist ein tiefer, schmaler Meeresarm am nördlichen Ende des Roten Meeres. Weil das Wasser hier ganzjährig warm und außergewöhnlich klar ist, gedeihen die Korallenriffe bis weit in den Norden – sie zählen zu den nördlichsten gesunden Riffen der Welt. Anders als an vielen Tauchdestinationen liegen die Riffe oft nur wenige Meter vom Strand entfernt, sodass man vielerorts direkt vom Ufer aus schnorcheln und tauchen kann.
Zum Schutz dieses empfindlichen Ökosystems wurde der Aqaba Marine Park eingerichtet, der große Teile der Küste umfasst. Regeln zum Ankern, Fischen und Betreten der Riffe sollen die Korallen bewahren – ein Grund, warum die Unterwasserwelt hier trotz Tourismus vergleichsweise intakt ist.
Was gibt es unter Wasser zu sehen?
Die Artenvielfalt ist typisch für das Rote Meer und beeindruckend bunt. Zu den häufigen Bewohnern gehören:
- Korallengärten: Hart- und Weichkorallen in vielen Farben, Fächerkorallen und Schwämme.
- Rifffische: Anemonenfische (Clownfische), Papageifische, Doktorfische, Falterfische und ganze Schwärme von Fahnenbarschen.
- Große Tiere: Muränen, Rochen, Kraken, gelegentlich Meeresschildkröten und – mit etwas Glück – Seepferdchen.
- Wracks und Attraktionen: Das Frachtschiff „Cedar Pride“ wurde als künstliches Riff versenkt und ist heute vollständig von Korallen überwuchert; ein alter Panzer sowie ein 2019 eröffnetes Unterwasser-Militärmuseum mit versenkten Fahrzeugen bilden weitere spektakuläre Tauchziele.
Für Taucher besonders reizvoll ist die Kombination aus lebendigen Riffen und diesen versenkten Objekten, die auf engem Raum liegen. Schnorchler wiederum finden entlang der Südküste flache Riffdächer, die sich schon knapp unter der Oberfläche erkunden lassen.
Wo kann man am besten tauchen und schnorcheln?
Die meisten Tauchplätze liegen an der Südküste zwischen der Stadt Aqaba und der Grenze, entlang der sogenannten „South Beach“. Populäre Riffe tragen Namen wie „Japanese Garden“, „Coral Garden“ oder „Power Station“. Viele Tauchbasen holen Gäste ab und fahren die Plätze mit dem Boot oder direkt vom Ufer an. Wer nicht tauchen möchte, erlebt die Riffe beim Schnorcheln oder von Glasbodenbooten aus, die im Hafen ablegen.
Für den ersten Kontakt mit dem Tauchsport bieten die Basen Schnupperkurse und komplette Tauchausbildungen an; das warme, ruhige Wasser gilt als besonders anfängerfreundlich. Erfahrene Taucher schätzen die Steilwände und die gute Sicht. Mehr zu Outdoor- und Wasseraktivitäten in Jordanien lesen Sie unter Aktiv & Natur.
Wie unterscheidet sich das Rote Meer von der Stadt Aqaba?
Aqaba ist die lebendige Hafen- und Ferienstadt mit Promenade, Souks und Restaurants; das Rote Meer meint hier vor allem das Naturerlebnis unter und auf dem Wasser. Beide gehören zusammen: Von Aqaba aus starten die Bootstouren, Tauchgänge und Schnorchelausflüge, und die Resorts der Region liegen überwiegend südlich der Stadt, etwa im Gebiet Tala Bay. Wer die Stadt selbst kennenlernen möchte, findet alle Informationen auf unserer Seite zu Aqaba.
Wann ist die beste Zeit zum Tauchen am Roten Meer?
Tauchen und Schnorcheln sind ganzjährig möglich, denn das Wasser bleibt selbst im Winter mild (um 20 bis 22 Grad). Am angenehmsten sind Frühling und Herbst, wenn auch an Land milde Temperaturen herrschen. Im Hochsommer klettert das Thermometer über 40 Grad – im Wasser ist das kein Problem, an Land aber anstrengend. Der Winter bringt kühlere, aber meist sonnige Tage und ist ideal für alle, die der europäischen Kälte entfliehen möchten. Eine ausführliche Übersicht bietet unser Ratgeber zur besten Reisezeit.
Was sollte man beim Schutz der Riffe beachten?
Die Korallen des Roten Meeres sind empfindlich und wachsen extrem langsam. Ein paar Regeln helfen, sie zu bewahren:
- Nichts berühren: Korallen niemals anfassen oder darauf stehen – schon leichte Berührung schädigt die Tiere.
- Abstand halten: guter Auftrieb und ruhige Flossenschläge verhindern, dass Sand aufgewirbelt wird.
- Riff-freundlicher Sonnenschutz: möglichst mineralische Cremes verwenden, die Korallen weniger belasten.
- Nichts mitnehmen: keine Muscheln, Korallenstücke oder Meerestiere sammeln.
Seriöse Tauchbasen erklären diese Regeln vor jedem Tauchgang. So bleibt das Riff auch für kommende Generationen erhalten.
Welche Wasseraktivitäten gibt es außer Tauchen?
Auch ohne Tauchschein lässt sich die Unterwasserwelt erleben. Glasbodenboote starten vom Hafen und zeigen die ufernahen Riffe durch den durchsichtigen Rumpf – ideal für Kinder und alle, die nicht ins Wasser möchten. Beliebt sind zudem halbtägige Bootsausflüge mit Schnorchelstopps, Mittagessen an Bord und Zeit zum Schwimmen. Wer es aktiver mag, findet an den Strandabschnitten der Resorts Angebote wie Kajak, Stand-up-Paddling und Bananenboot.
Die Strände selbst sind ein eigener Reiz: Der öffentliche Bereich in der Stadt ist einfach und lebendig, während die gepflegten Strände der Resorts südlich von Aqaba – etwa im Gebiet Tala Bay – ruhiger und komfortabler sind. Zwischen den Tauchgängen bleibt so genug Zeit für entspannte Stunden am warmen, ruhigen Wasser. Weil der Golf gut geschützt liegt, ist der Wellengang meist gering – angenehm für Familien und ungeübte Schwimmer.
Wie schützt der Aqaba Marine Park die Riffe?
Der Aqaba Marine Park umfasst einen großen Teil der jordanischen Küste und reguliert, wo getaucht, geankert und gebadet werden darf. Feste Bojen ersetzen das riffschädigende Ankern, bestimmte Zonen sind für den Naturschutz gesperrt, und die Tauchbasen sind angehalten, ihre Gäste vor jedem Tauchgang über das richtige Verhalten aufzuklären. Diese Maßnahmen sind der Grund, warum die Korallen trotz jahrzehntelangen Tourismus vergleichsweise gesund sind. Für Reisende bedeutet das: Halten Sie sich an die Regeln der Basen, dann tragen Sie selbst zum Erhalt bei. Weitere Naturerlebnisse abseits des Wassers finden Sie unter Aktiv & Natur.
Wie plant man einen Besuch am Roten Meer?
Vor jeder Planung steht die Sicherheitsfrage: Prüfen Sie die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts und unsere Seite zu Sicherheit & aktuelle Lage. Ist eine Reise vertretbar, erreichen Sie Aqaba per Inlandsflug ab Amman in unter einer Stunde, über die Wüstenautobahn in rund vier Stunden oder als südlichen Abschluss einer Rundreise, oft in Kombination mit dem nahen Wadi Rum. Tauchpakete, Ausrüstungsverleih und Kurse buchen Sie am besten direkt über die etablierten Basen vor Ort.
Häufige Fragen zum Roten Meer in Jordanien
Kann man am Roten Meer vom Strand aus schnorcheln?
Ja. An mehreren Plätzen der Südküste liegen die Riffe direkt vor dem Ufer, sodass man ohne Boot einsteigen kann. Anfänger buchen dennoch am besten eine geführte Tour, die sichere Einstiege und die schönsten Stellen kennt.
Ist Tauchen am Golf von Aqaba für Anfänger geeignet?
Sehr gut sogar. Das warme, ruhige und klare Wasser mit ufernahen Riffen macht die Region anfängerfreundlich. Tauchbasen bieten Schnupperkurse und vollständige Ausbildungen an. Erfahrene Taucher schätzen zusätzlich die Wracks und Steilwände.
Welche Wassertemperatur hat das Rote Meer bei Aqaba?
Das Wasser ist ganzjährig warm: im Winter etwa 20 bis 22 Grad, im Sommer bis rund 26 Grad. Tauchen und Schnorcheln sind daher zu jeder Jahreszeit möglich, ein dünner Neoprenanzug reicht meist aus.
Ist eine Reise nach Aqaba derzeit ratsam?
Das Auswärtige Amt rät derzeit (Stand 21.10.2026) von nicht notwendigen Reisen nach Jordanien ab; Aqaba wird seit dem 27.08.2026 nicht mehr gesondert genannt. Diese Seite dient der Information, nicht als Reiseempfehlung. Prüfen Sie stets die tagesaktuelle Einschätzung und unsere Sicherheitsseite, bevor Sie eine Buchung erwägen.