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Königsstraße (King’s Highway): Route & Stopps

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Die Königsstraße (King’s Highway) ist Jordaniens schönste Panoramaroute: eine uralte Handels- und Pilgerstraße, die sich von Madaba über Kerak und das gewaltige Wadi Mujib bis zur Dana-Region und weiter nach Petra windet. Wer Zeit mitbringt, tauscht den schnellen Desert Highway gegen Kurven, Ausblicke und eine dichte Folge von Burgen, Mosaiken und Schluchten.

Kaum eine Straße erzählt so viel Geschichte wie die Königsstraße. Schon in biblischen Zeiten zogen hier Karawanen, römische Legionen, nabatäische Händler, Kreuzritter und muslimische Pilger. Heute ist sie die landschaftlich reizvollste Verbindung zwischen dem Norden und dem Süden Jordaniens – kein Highway im Wortsinn, sondern eine schmale, kurvige Bergstraße, die man am besten als eigene Etappe einer Rundreise plant, nicht als schnelle Transitstrecke.

Die Kreuzfahrerburg Kerak auf einem Hügel an der Königsstraße
Die Burg Kerak an der Königsstraße

Wo beginnt und endet die Königsstraße?

Klassisch fährt man sie von Madaba im Norden bis nach Petra im Süden, rund 280 Kilometer, für die man mit Stopps gut einen ganzen Tag oder besser zwei einplant. Der nördliche Ausgangspunkt Madaba ist bekannt für seine byzantinischen Mosaike, allen voran die Mosaikkarte des Heiligen Landes. Von dort geht es südwärts durch Hochland, über den Grand Canyon Jordaniens und durch das Dana-Reservat bis nach Wadi Musa, dem Tor zu Petra.

Welche Stopps darf man nicht verpassen?

Die Königsstraße ist eine Perlenkette von Höhepunkten – die wichtigsten Halte in Reihenfolge von Nord nach Süd:

  • Madaba: Mosaikkarte in der St.-Georgs-Kirche und das Handwerk der Mosaiklegerei.
  • Berg Nebo: der Aussichtsberg, von dem Moses das Gelobte Land gesehen haben soll, mit Blick über das Jordantal bis zum Toten Meer.
  • Wadi Mujib: der „Grand Canyon Jordaniens“ – die Straße windet sich spektakulär hinab und wieder hinauf, ein Aussichtspunkt liegt am oberen Rand.
  • Kerak: die mächtige Kreuzfahrerburg hoch über der Stadt, ein Labyrinth aus Gewölben, Gängen und Wehrtürmen.
  • Dana: das steinerne Bergdorf am Rand des größten Naturreservats des Landes.
  • Shobak: eine weitere, einsam gelegene Kreuzritterfeste kurz vor Petra.

Warum ist das Wadi Mujib so beeindruckend?

Das Wadi Mujib ist ein bis zu einem Kilometer tiefer Einschnitt, den die Königsstraße in engen Serpentinen quert. Von oben blickt man in eine karge, farbige Felslandschaft; unten fließt ganzjährig Wasser. Wer mehr will als den Ausblick, kombiniert die Fahrt mit einer Schluchtenwanderung im unteren, wasserführenden Teil des Wadis – dem berühmten Siq Trail nahe dem Toten Meer. Diese nasse Canyon-Tour ist ein eigenes Erlebnis und in unserem Guide zum Wadi Mujib ausführlich beschrieben.

Was macht die Burg Kerak besonders?

Kerak ist eine der eindrucksvollsten Kreuzfahrerburgen des Nahen Ostens. Ab 1142 errichtet, kontrollierte sie die Karawanen- und Pilgerwege zwischen Damaskus und Ägypten. Berühmt-berüchtigt ist ihr Herr Rainald von Chatillon, dessen Überfälle Sultan Saladin schließlich zur Belagerung provozierten. Heute erkundet man ein weitläufiges System aus Hallen, Kapellen, Zisternen und dunklen Gewölbegängen – eine Taschenlampe leistet gute Dienste. Von den Mauern reicht der Blick weit über das Tote-Meer-Becken. Kerak ist im Jordan Pass enthalten.

Wie fährt man die Königsstraße am besten?

Ideal ist der eigene Mietwagen, denn die Route lebt von spontanen Fotostopps und der Freiheit, an einem Aussichtspunkt einfach anzuhalten. Die Straße ist asphaltiert, aber schmal und kurvig, besonders in der Mujib-Querung – fahren Sie defensiv und meiden Sie die Dämmerung. Öffentliche Busse fahren die Königsstraße nur lückenhaft; wer nicht selbst fährt, bucht einen privaten Fahrer für die Etappe. Praktische Hinweise zu Mietwagen und Verkehr bündelt unser Bereich Reiseplanung.

Ein Tag oder zwei für die Königsstraße?

Wer nur die Höhepunkte streift, schafft die Strecke in einem langen Tag von Madaba bis Petra. Deutlich schöner sind zwei Tage mit einer Übernachtung in Dana oder Kerak. Dann bleibt Zeit für die Burg, eine Wanderung im Dana-Reservat und den Sonnenuntergang über den Bergen, ohne im Dunkeln die Serpentinen fahren zu müssen. In unserer 10-Tage-Rundreise ist die Königsstraße genau so als eigene, ruhige Etappe eingeplant.

Wann ist die beste Zeit für die Panoramaroute?

Frühling und Herbst sind ideal, weil die Fernsicht klar und die Temperaturen im Hochland angenehm sind. Im Frühjahr ist die sonst karge Landschaft nach Regen erstaunlich grün. Der Sommer ist im Hochland erträglicher als in der Wüste, kann aber diesig sein. Im Winter sind einzelne Passagen bei Schnee oder Starkregen zeitweise schwierig – dann informiert man sich vorab über die Straßenlage. Der große Rahmen steht in unserem Überblick zur besten Reisezeit.

Insider-Tipp Tanken Sie in Madaba oder Kerak voll – auf der Königsstraße liegen die Tankstellen weit auseinander, und in den Bergdörfern ist nicht immer geöffnet. Nehmen Sie außerdem Bargeld mit: Der Burgeintritt, ein Mosaik-Souvenir in Madaba oder ein Tee im Dorfcafé lassen sich selten mit Karte zahlen.

Lohnt sich der Umweg gegenüber dem Desert Highway?

Wenn Landschaft und Geschichte für Sie zählen: unbedingt. Der Desert Highway bringt Sie zwar in gut drei Stunden von Amman nach Petra, führt aber durch monotone Wüstenebene. Die Königsstraße braucht länger und verlangt Konzentration am Steuer, belohnt aber mit den vielleicht schönsten Ausblicken des Landes und einer dichten Folge echter Sehenswürdigkeiten. Ein guter Kompromiss auf einer Rundreise: hin über die Königsstraße, zurück über den Highway.

Ist die Route sicher zu befahren?

Die Königsstraße verläuft komplett im sicheren Landesinneren, fernab der Grenzregionen, auf die sich die Reisehinweise des Auswärtigen Amts vor allem beziehen. Die eigentlichen Herausforderungen sind fahrerischer Natur: enge Kurven, Gefälle in der Mujib-Querung und unbeleuchtete Fahrzeuge in der Dämmerung. Fahren Sie tagsüber, defensiv und mit ausreichend Puffer. Den aktuellen, ehrlich eingeordneten Überblick zur allgemeinen Lage finden Sie unter Sicherheit & aktuelle Lage.

Welche weiteren Stopps lohnen sich abseits der Hauptorte?

Zwischen den großen Namen liegen stille Höhepunkte, die viele Reisende übersehen:

  • Umm ar-Rasas: ein UNESCO-Welterbe südöstlich von Madaba mit prächtigen byzantinischen Bodenmosaiken und einem rätselhaften Turm der Säulenheiligen.
  • Mukawir (Machaerus): die Bergfestung des Herodes, auf der laut Überlieferung Johannes der Täufer enthauptet wurde – mit weitem Blick über das Tote Meer.
  • Zarqa Ma’in: heiße Quellen und Wasserfälle in einer Schlucht oberhalb des Toten Meeres, ideal für ein warmes Bad.
  • Shobak (Montreal): eine einsame Kreuzritterfeste kurz vor Petra, oft menschenleer und atmosphärisch.

Diese Abstecher lohnen sich für alle, die mehr Zeit haben und die Königsstraße nicht nur als Durchfahrt, sondern als Entdeckungsreise verstehen.

Wie kombiniert man die Königsstraße mit dem Toten Meer?

Die Königsstraße und das Tote Meer liegen nah beieinander und lassen sich elegant verbinden. Von Madaba führt eine kurze Abfahrt hinunter ans Tote Meer, wo sich ein Bade- und Spa-Tag anbietet. Auch das Wadi Mujib mit seinem Siq Trail ist von der Route aus erreichbar. Eine bewährte Reihenfolge: erst die Höhepunkte um Madaba und Berg Nebo, dann hinunter zum Toten Meer für eine Nacht, am nächsten Tag zurück auf die Bergstraße Richtung Kerak, Dana und Petra. So verbindet man Kultur, Erholung und Naturerlebnis, ohne große Umwege – ein Muster, das unsere 10-Tage-Rundreise aufgreift.

Woher hat die Königsstraße ihren Namen?

Der Name reicht bis in biblische Zeiten zurück: Im Alten Testament (4. Buch Mose) bitten die Israeliten, auf der „Königsstraße“ durch das Land Edom ziehen zu dürfen. Schon damals war die Route eine der wichtigsten Handelsachsen des Nahen Ostens, die Arabien mit Syrien und dem Mittelmeer verband. Nabatäer, Römer, byzantinische Christen, muslimische Pilger auf dem Weg nach Mekka und schließlich die Kreuzritter nutzten und sicherten sie – daher die dichte Kette aus Burgen, Kirchen und Karawansereien entlang der Strecke. Die heutige Straße folgt in weiten Teilen diesem uralten Verlauf, was jede Fahrt zu einer Reise durch Jahrtausende Geschichte macht – Hintergründe dazu im Bereich Geschichte Jordaniens.

Häufige Fragen zur Königsstraße

Wie lange dauert die Fahrt von Madaba nach Petra?

Reine Fahrzeit rund vier bis fünf Stunden – mit den lohnenden Stopps in Kerak, am Wadi Mujib und in Dana wird daraus jedoch ein ganzer Tag oder besser eine Zwei-Tages-Etappe mit Übernachtung unterwegs.

Ist die Königsstraße für ungeübte Fahrer machbar?

Grundsätzlich ja, sie ist asphaltiert und beschildert. Die Mujib-Serpentinen verlangen aber Konzentration. Wer sich unsicher fühlt oder die Landschaft genießen möchte, bucht für diese Etappe einen privaten Fahrer.

Sind die Sehenswürdigkeiten im Jordan Pass enthalten?

Kerak und viele weitere Stätten entlang der Route sind im Jordan Pass abgedeckt, ebenso Petra am Ende. Der Pass lohnt sich damit für die Königsstraßen-Etappe zusätzlich.

Kann man die Königsstraße mit dem Toten Meer verbinden?

Ja. Von Madaba oder über die Abzweigung am Wadi Mujib erreicht man das Tote Meer in kurzer Zeit. Viele Reisende bauen einen Bade- und Spa-Tag ein, bevor sie die Bergroute nach Süden fortsetzen.

Zur passenden 10-Tage-Rundreise →