Für Jordanien packen Sie leichte, lockere Kleidung, die Schultern und Knie bedeckt, feste Schuhe mit Profil für Petra und Wadi Rum, Hut, Sonnenbrille und Sonnencreme sowie eine warme Schicht für kühle Nächte. Dazu kommen Reiseapotheke, Adapter, Powerbank, Badesachen fürs Tote Meer und etwas Bargeld in Jordanischen Dinar.
Jordanien liegt klimatisch zwischen Mittelmeer und Wüste: Tagsüber kann die Sonne gnadenlos brennen, nachts kühlt es in Wadi Rum oder Dana spürbar ab, und im Winter sind Regenjacke und Pullover unerlässlich. Dazu kommen kulturelle Erwartungen an Kleidung und Auftreten, die man besser kennt, bevor man den Koffer packt.
Diese Packliste ist nach Themen geordnet, erklärt das Warum hinter den Empfehlungen und hilft Ihnen, weder zu viel noch zu wenig mitzunehmen.
Welche Kleidung ist in Jordanien angemessen?
Jordanien ist ein vergleichsweise offenes Land, aber Zurückhaltung wird geschätzt. Als Faustregel gilt: Schultern und Knie bedeckt, nichts Enges oder Durchsichtiges, besonders abseits der Touristenorte. Frauen tragen locker fallende Hosen, Röcke oder Kleider in Midi- oder Maxilänge und Oberteile mit kurzen Ärmeln; ein leichtes Tuch ist nützlich für Moscheen, die kühle Brise oder spontane Besuche. Männer sind mit langen Hosen in Städten und Dörfern am besten bedient, kurze Hosen wirken eher ungewöhnlich, sind aber an Stränden und in Touristenanlagen üblich.
Wählen Sie atmungsaktive Stoffe wie Baumwolle, Leinen oder Funktionsmaterial. Dunkle Kleidung heizt sich auf, helle reflektiert Sonne, wird aber schneller schmutzig. Eine Kopfbedeckung ist keine Pflicht, schützt jedoch vor Sonne. In Moscheen gelten strengere Regeln: Frauen bedecken Haare, Arme und Beine, Männer tragen lange Hosen, und Schuhe werden ausgezogen.
Welche Schuhe brauche ich für Petra und Wadi Rum?
Schuhe sind die wichtigste Entscheidung. Petra bedeutet viele Kilometer auf Kies, Sand und Fels, dazu glatte Treppen. Bequeme, eingelaufene Wanderschuhe oder feste Trailrunner mit gutem Profil sind ideal. Sandalen sind nur für kurze Strecken sinnvoll, Flip-Flops ungeeignet. Zwei Paar Socken verhindern Blasen; ein Pflaster-Set gehört in die Jackentasche. Im Wadi Rum ist feiner Sand im Schuh normal, ein Paar leichtere Schuhe oder Sandalen für Abende im Camp ist angenehm.
Fürs Tote Meer und Strände eignen sich Badeschuhe, denn Salzkristalle und Steine sind scharfkantig. Wer im Wadi Mujib wandert, braucht Schuhe, die nass werden dürfen. Für Petra bei Regen sind rutschfeste Sohlen wichtig. Ausführliche Infos zum Gelände finden Sie auf der Seite zu Petra.
Wie schütze ich mich vor Sonne und Hitze?
Die Sonne ist in Jordanien auch im Winter kräftig. Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, ein Hut mit Krempe oder Tuch, eine Sonnenbrille mit UV-Schutz und Lippenpflege mit Schutzfaktor gehören ins Handgepäck. Tragen Sie lange, luftige Kleidung, die Haut bedeckt, statt sich nur einzucremen. Trinken Sie mindestens zwei bis drei Liter Wasser pro Tag, mehr bei Wanderungen; eine wiederbefüllbare Flasche reduziert Plastikmüll. Elektrolytpulver hilft bei starkem Schwitzen.
Achten Sie auf Anzeichen von Überhitzung: Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit, sehr trockene Haut. Gehen Sie dann in den Schatten, trinken Sie und ruhen Sie sich aus. Planen Sie lange Wege morgens oder abends, nicht in der Mittagshitze.
Was packe ich gegen kalte Nächte ein?
Viele unterschätzen, wie kalt es in Jordanien werden kann. In Wüste und Hochland sinken die Temperaturen nachts deutlich, im Winter sogar nahe Null. Eine Fleecejacke, ein Pullover, lange Hose und im Winter Mütze, Handschuhe und eine dickere Jacke sind sinnvoll. Zwiebelprinzip ist das Stichwort: mehrere Schichten, die Sie nach Bedarf an- und ausziehen. Für Übernachtungen im Wadi Rum fragen Sie nach Schlafsäcken oder Decken; ein eigener Seideninlet erhöht den Komfort.
Im Winter ist auch Regenkleidung wichtig: eine leichte, wasserdichte Jacke und wasserabweisende Schuhe. Im Frühling und Herbst können kurze Schauer vorkommen. Eine kleine Tasche oder Tüte für nasse Kleidung ist hilfreich.
Was gehört in die Reiseapotheke?
Persönliche Medikamente nehmen Sie in ausreichender Menge und in Originalverpackung mit, ergänzt durch einen ärztlichen Beleg. Bei bestimmten Wirkstoffen, etwa starken Schmerzmitteln oder Beruhigungsmitteln, sind besondere Bescheinigungen nötig; informieren Sie sich vorab bei Ihrer Ärztin oder dem Arzt und den Behörden. Dazu kommt eine kleine Grundausstattung: Schmerz- und Fiebermittel, Mittel gegen Durchfall und Übelkeit, Elektrolytlösung, Antihistaminikum, Desinfektionsmittel, Pflaster und Blasenpflaster, Verbandmaterial, Insektenschutz und Aftersun.
- Magen-Darm: Elektrolyte, Mittel gegen Durchfall, Aktivkohle.
- Haut: Sonnenschutz, Aftersun, Pflaster, Desinfektion.
- Allgemein: Schmerzmittel, Antihistaminikum, Thermometer.
- Persönlich: Dauermedikation, Brille oder Kontaktlinsen als Ersatz.
Impfempfehlungen klären Sie rechtzeitig mit einer reisemedizinischen Beratung. Beachten Sie, dass Medikamente nicht im Auto bei Hitze liegen bleiben.
Welche Technik und Dokumente sind wichtig?
Pass (mit ausreichender Restgültigkeit), Flug- und Hotelbestätigungen, Versicherungsunterlagen, Kreditkarten und etwas Bargeld in Dinar gehören ins Handgepäck. Kopien bewahren Sie getrennt auf, ebenso digitale Scans. Ein Reiseadapter ist nötig, da in Jordanien verschiedene Steckdosentypen vorkommen; Spannung und Frequenz entsprechen den europäischen Standards. Powerbank, Ladekabel, Taschenlampe oder Stirnlampe (für Camps), Offline-Karten und eine wasserdichte Hülle fürs Smartphone sind praktisch. Prüfen Sie vor der Abreise Details zu Einreise und Visum und Jordan Pass.
Drohnen sind in vielen Ländern genehmigungspflichtig oder eingeschränkt. Informieren Sie sich vorab genau und lassen Sie die Drohne im Zweifel zu Hause. Auch Kameras brauchen keinen Sonderstatus, aber fotografieren Sie keine Militäranlagen oder Kontrollpunkte.
Was brauche ich für Totes Meer, Aqaba und Wadi Rum?
Für das Tote Meer packen Sie Badesachen, Badeschuhe, ein großes Handtuch, Sonnenschutz und eine Tasche für nasse Sachen. Rasieren Sie sich nicht vor dem Bad, und nehmen Sie keine empfindlichen Elektronikgeräte mit ans Wasser. In Aqaba lohnt sich eigene Schnorchelausrüstung, wenn Sie oft ins Wasser gehen; leihen ist ebenfalls möglich. Für Wadi Rum sind ein Tuch gegen Sand, Brille oder Sonnenbrille mit Schutz, Taschenlampe, Mütze und warme Kleidung für die Nacht wichtig.
Wer eine Wanderung wie den Siq Trail im Wadi Mujib plant, packt eine wasserdichte Tasche, wasserfeste Sandalen und schnelltrocknende Kleidung ein. Wertsachen bleiben im Hotel.
Was lasse ich besser zu Hause?
Verzichten Sie auf unnötigen Schmuck, teure Uhren, zu viele Schuhe und stark figurbetonte Kleidung. Illegale Substanzen sind streng verboten; Alkohol darf nur in begrenzter Menge eingeführt werden, informieren Sie sich vorher über die aktuellen Regeln. Lassen Sie große Mengen Bargeld und unnötige Dokumente daheim. Je leichter der Koffer, desto bequemer die Reise, denn in Hotels und Camps gibt es oft nur Treppen und lange Wege. Wäsche lässt sich in vielen Hotels reinigen.
Planen Sie Platz für Souvenirs ein, ein zusammenfaltbarer Beutel hilft. Ein Tagesrucksack mit Brustgurt, ein kleines Schloss für Gepäck und eine Wasserflasche gehören dagegen in jeden Koffer.
Was packe ich in welcher Jahreszeit ein?
Im Frühling (März bis Mai) genügen leichte Kleidung für den Tag, ein Pullover für den Abend und eine dünne Regenjacke. Der Sommer verlangt luftige, helle Stoffe, Sonnenschutz in großer Menge und eine Kühlbox-Mentalität: viel Wasser, wenig Wege zur Mittagszeit. Im Herbst (September bis November) sind die Tage noch warm, die Abende werden spürbar kühler; eine Fleecejacke gehört dann dazu. Der Winter (Dezember bis Februar) bringt kühle Tage, kalte Nächte und Regen, besonders in Amman, Jerash und Petra; Mütze, Handschuhe, wasserdichte Schuhe und eine warme Jacke sind sinnvoll. Am Toten Meer und in Aqaba bleibt es dagegen mild genug für Badeurlaub.
Ausführliche Angaben zu Temperaturen und Niederschlägen in jedem Landesteil finden Sie in unserem Beitrag zur besten Reisezeit.
Koffer oder Rucksack – was passt besser?
Das hängt vom Reisestil ab. Für klassische Rundreisen mit Fahrer oder Mietwagen und Hotelübernachtungen funktioniert ein Hartschalen- oder Softkoffer gut, denn Sie tragen ihn nur kurze Wege. Wer im Wadi Rum, in Dana oder auf Wanderwegen übernachtet, ist mit einem Rucksack flexibler. Ein kleiner Tagesrucksack mit etwa zwanzig Litern für Wasser, Sonnenschutz, Snacks und eine Jacke ist in jedem Fall unverzichtbar. Packen Sie am besten in Packwürfeln, damit Sie schnell finden, was Sie suchen, und trennen Sie Schmutzwäsche von sauberer.
Kontrollieren Sie vor der Abreise Gewichtsgrenzen Ihrer Fluggesellschaft und lassen Sie etwas Platz für Mitbringsel. Ein TSA-Schloss schützt vor Neugierigen, und ein Gepäckanhänger mit Telefonnummer erleichtert die Suche bei Verlust.
Welche Kleinigkeiten machen die Reise bequemer?
Oft sind es unscheinbare Dinge, die den Unterschied machen: ein Mikrofasertuch, das schnell trocknet, Feuchttücher, ein Schal als Staubschutz, Ohrstöpsel für laute Hotels, eine kleine Taschenlampe, Gummibänder und Wäscheklammern, ein Beutel für Müll und ein Mini-Nähset. Für lange Fahrten lohnen sich Nackenkissen, Kopfhörer und ein Buch. Kleine Geschenke für Gastgeber, etwa Postkarten aus der Heimat oder Süßigkeiten, kommen gut an und eröffnen Gespräche. Wer gern fotografiert, packt zusätzliche Speicherkarten und ein Objektivtuch gegen Sandstaub ein.
Sicher unterwegs Gutes Packen ersetzt keine Lageprüfung. Das Auswärtige Amt rät (Stand Oktober 2026) dringend ab von Reisen in das syrisch-jordanische Grenzgebiet, den Nordosten und die Grenzregion zum Irak; von nicht notwendigen Reisen in die übrigen Landesteile wird abgeraten. Informieren Sie sich vor Abreise über die aktuelle Sicherheitslage, tragen Sie Kopien Ihrer Dokumente bei sich und schließen Sie eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport ab.
Häufige Fragen zur Packliste
Muss ich als Frau ein Kopftuch tragen?
Nein, ein Kopftuch ist für Touristinnen nicht vorgeschrieben. Für Moscheebesuche sollten Sie Haare, Arme und Beine bedecken. Ein leichtes Tuch ist daher praktisch im Gepäck.
Welche Steckdosen gibt es in Jordanien?
Es kommen verschiedene Typen vor, die Spannung entspricht dem europäischen Standard. Ein Universaladapter ist die sicherste Lösung, da Hotels und Camps unterschiedlich ausgestattet sind.
Brauche ich für Petra spezielle Schuhe?
Feste Schuhe mit gutem Profil sind empfehlenswert, etwa Wanderschuhe oder robuste Trailrunner. Auf Kies, Sand und Fels bieten sie Halt und schützen vor Blasen. Sandalen sind nur für kurze Strecken geeignet.
Wie warm sollte ich mich für Wüstennächte anziehen?
Nachts kann es deutlich kühl werden, im Winter nahe null Grad. Fleece, Pullover, lange Hose und eine Jacke sind sinnvoll. Zwiebelprinzip und Schlafsack oder Decken im Camp sorgen für Komfort.
Mit der richtigen Ausrüstung reisen Sie entspannter und respektvoller. Wie sich Ihre Route zusammenfügt, sehen Sie in unseren Rundreisen durch Jordanien.