Jordanien eignet sich gut für Familien: Die Menschen sind kinderfreundlich, die Strecken zwischen den Zielen sind kurz, und viele Highlights wirken wie ein Abenteuerspielplatz – Felsstädte, Wüstenjeeps, Schwimmen im Toten Meer, Schnorcheln in Aqaba. Entscheidend sind Hitzeplanung, Pausen, viel Wasser und eine Route mit nicht zu vielen Ortswechseln.
Wer mit Kindern verreist, braucht ein anderes Tempo: früh starten, mittags pausieren, abends essen gehen. Genau das passt zum Land, denn in Jordanien beginnt der Tag früh, und in der Mittagshitze ruht vieles. Dazu kommt eine Gastfreundschaft, die Familien besonders herzlich aufnimmt – Kinder werden begrüßt, bekommen Süßes zugesteckt und dürfen oft mehr als in Europa.
Dieser Ratgeber zeigt, welche Ziele für welches Alter funktionieren, wie Sie Hitze, Wege und Essen meistern und worauf Sie bei Gesundheit und Sicherheit achten sollten.
Ab welchem Alter ist Jordanien als Reiseziel für Kinder sinnvoll?
Grundsätzlich können Familien in jedem Alter reisen, aber die Erfahrung ist unterschiedlich. Mit Babys und Kleinkindern gelingt Jordanien am besten, wenn Sie wenige Standorte wählen und Ruhetage einplanen, denn Hitze und lange Autofahrten sind anstrengend. Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter erleben Jordanien oft mit Begeisterung: Sie klettern gern auf Felsen, fahren Jeep und genießen die Freiheit im Sand. Für Jugendliche eignen sich anspruchsvollere Programme wie längere Wanderungen oder Tauchkurse.
Kinder unter zehn Jahren profitieren von kurzen Etappen, vielen Pausen und Aktivitäten, die Spaß machen, nicht nur Sehenswürdigkeiten. Besprechen Sie die Reise vorab, zeigen Sie Bilder und erzählen Sie Geschichten von Nabatäern und Beduinen. So wird aus Besichtigung ein Abenteuer.
Wie gelingt Petra mit Kindern?
Petra begeistert Kinder, wenn Sie es richtig angehen. Der Weg durch den Siq, die enge Schlucht, ist etwa einen Kilometer lang und wirkt wie ein Abenteuerpfad. Am Ende erscheint das Schatzhaus – ein Moment, den viele Kinder nicht vergessen. Bis dahin sind es vom Eingang etwa zwei Kilometer, die für Grundschulkinder gut zu schaffen sind. Der Weg zurück führt leicht bergauf, und bei Hitze wird er zäh. Kleine Kinder lassen sich in Tragetüchern oder Rückentragen tragen; Buggys sind auf dem Kies und den Stufen schwierig.
Wer weiter will, kann zu den Königsgräbern oder zum Theater gehen; der Aufstieg zum Kloster mit rund 800 Stufen ist für sehr junge Kinder meist zu viel. Pferdekutschen und Esel werden angeboten, doch Tierschützer kritisieren die Bedingungen teils; überlegen Sie, ob Sie sie nutzen möchten, und achten Sie auf den Zustand der Tiere. Alle Infos zum Besuch finden Sie auf unserer Seite zu Petra sowie zur ruhigeren Alternative Little Petra.
Was bietet das Wadi Rum für Familien?
Das Wadi Rum ist für viele Kinder das Highlight. Jeep-Touren über Sandflächen, Felsenbögen zum Erklettern, Kamelritte und Übernachtungen im Beduinencamp wirken wie ein Abenteuerroman. Dünen laden zum Rutschen oder Sandboarden ein, und am Abend wartet ein Himmel voller Sterne. Wählen Sie Touren in kleinen Gruppen mit kurzen Etappen von ein bis drei Stunden; ganztägige Fahrten sind für Kinder oft zu lang. Sitzgurte sind in den Jeeps nicht immer vorhanden – fragen Sie nach und achten Sie auf einen sicheren Sitzplatz.
Nachts kann es kalt werden, daher gehören warme Schlafsäcke und Jacken ins Gepäck. Lassen Sie Kinder nicht unbeaufsichtigt klettern, denn Felsen sind bröckelig, und Abstürze passieren schneller, als man denkt. Mehr zum Gebiet bei Wadi Rum.
Worauf achte ich im Toten Meer mit Kindern?
Das Tote Meer fasziniert: Man kann nicht untergehen, sondern treibt wie ein Korken. Für Kinder ist das ein Wunder, aber auch ein Risiko. Das Wasser ist extrem salzig; Spritzer in Augen, Mund und auf offene Wunden brennen heftig. Tauchen Sie nie den Kopf unter, schlucken Sie kein Wasser und rasieren Sie sich nicht vorher. Halten Sie Süßwasser bereit, um Augen auszuspülen, und duschen Sie danach gründlich. Baden Sie nicht länger als zehn bis fünfzehn Minuten am Stück.
Kleine Kinder bleiben an der Hand der Eltern, denn der Boden ist rutschig und salzig. Der Schlamm macht Spaß, ist aber auf der Haut sehr intensiv; kurze Anwendung genügt. Sonnenschutz ist Pflicht, auch wenn das Wasser kühlt. Viele Hotels haben Süßwasserpools für Kinder, die sich als Ergänzung anbieten. Hinweise finden Sie bei Totes Meer.
Wo können Kinder in Aqaba schnorcheln und planschen?
Am Roten Meer lässt sich ein Familienurlaub wunderbar abrunden. Die Strände in Aqaba sind teils flach, das Wasser ist warm und klar, und Hotelstrände bieten Sonnenschirme, Duschen und Kinderclubs. Schnorcheln gelingt schon Grundschulkindern, wenn Sie Schwimmwesten verwenden und in flachen Zonen bleiben. Glasbodenboote sind eine Alternative für die Kleinen. Anbieter vermieten Masken und Flossen, achten Sie auf passende Größen und beobachten Sie Kinder dauerhaft.
Berücksichtigen Sie die Kleiderordnung in öffentlichen Bereichen: Am Hotelstrand ist Badebekleidung normal, in der Stadt trägt man mehr. Und achten Sie auf Seeigel und Korallen – Badeschuhe schützen die Füße.
Welche anderen Ziele sind kindgerecht?
Jerash ist mit seinen Säulenstraßen, dem Hippodrom und dem Theater ein großer Spielplatz für Fantasie; Gladiatorenshows laufen je nach Saison. Die Burgen von Ajloun und Kerak bieten dunkle Gänge und Türme. Madaba und der Berg Nebo sind kurzweilig für Kinder, die Bilder mögen. In Amman gibt es Parks, Museen und ein Kinder-Museum; Eisessen und Spielplätze sorgen für Abwechslung. Dana und die Wälder von Ajloun haben leichte Wanderwege, und im Wadi Mujib erfahren Kinder ab einem Mindestalter das Wasser. Lesen Sie die Bedingungen der Anbieter genau.
- Kleine Kinder: Strand, Hotelpool, Jeeptour, Little Petra.
- Grundschulalter: Petra bis zum Schatzhaus, Wadi Rum, Jerash.
- Jugendliche: Wanderungen, Canyoning, Tauchen, Sandboarding.
Wie gehe ich mit Hitze und Reisezeit um?
Die beste Zeit für Familien sind Frühling und Herbst. Im Sommer kann es in Petra, Wadi Rum und am Toten Meer weit über 35 Grad heiß werden, was Kinder schnell erschöpft. Planen Sie Aktivitäten morgens und spätnachmittags, mittags Ruhe im klimatisierten Hotel. Hüte, Sonnenbrillen und Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor sind Pflicht. Lassen Sie Kinder oft trinken, auch wenn sie keinen Durst melden, und achten Sie auf Anzeichen von Überhitzung wie Kopfschmerzen, Blässe oder Müdigkeit. Details zur besten Reisezeit lesen Sie in unserem Überblick.
Im Winter ist es tagsüber mild, aber nachts kalt, und Petra kann nass und rutschig sein. Packen Sie Regenjacken und Wechselkleidung ein. Eine Schicht mehr ist selten verkehrt.
Was ist bei Essen, Gesundheit und Verkehr wichtig?
Die jordanische Küche ist kinderfreundlich: Fladenbrot, Hummus, Falafel, Reis, Hähnchen, Pommes und Obst finden sich fast überall. Trinken Sie nur abgefülltes Wasser, auch zum Zähneputzen, wenn Sie empfindlich sind. Waschen Sie Obst gründlich oder schälen Sie es, und bevorzugen Sie frisch zubereitete, heiße Speisen. Impfungen und Medikamente besprechen Sie vorab mit Ihrem Kinderarzt oder einer reisemedizinischen Beratung; Durchfallmittel und Elektrolytlösungen gehören in die Reiseapotheke.
Im Auto brauchen Kinder passende Sitze, die Mietwagen nicht immer bieten – reservieren Sie Kindersitze rechtzeitig. Mit Fahrer fahren Sie oft entspannter, aber auch dort gelten oft keine strengen Sitzvorschriften; bringen Sie notfalls einen faltbaren Sitz mit. Lassen Sie Kinder auf Rolltreppen, Treppen und Straßen nie allein.
Wie sieht eine familienfreundliche Route aus?
Ein bewährtes Muster sind sieben bis zehn Tage mit nur drei bis vier Übernachtungsorten: zwei Nächte in Amman oder Madaba zum Ankommen, zwei in Wadi Musa bei Petra, eine im Wadi Rum und zwei bis drei zum Entspannen in Aqaba oder am Toten Meer. Fahrten sollten möglichst nicht länger als drei Stunden dauern; Pausen mit Eis, Spielplatz oder Kamelbesuch machen sie erträglicher. Packen Sie nicht jeden Tag mit Programm voll, sondern lassen Sie Raum für Hotelpool und Nichtstun.
Tauschen Sie Kinder in die Planung ein: Lassen Sie sie ein Ziel aussuchen oder Fotos sammeln. Wer Rätsel oder Schatzsuchen vorbereitet – zum Beispiel „Finde drei Kamele“ –, gewinnt Aufmerksamkeit. Rechnen Sie außerdem mit Erschöpfung nach den ersten Tagen und planen Sie danach etwas Ruhigeres ein.
Welche Unterkünfte passen zu Familien?
Hotels mit Familienzimmern oder verbundenen Räumen gibt es in allen Regionen. In Aqaba und am Toten Meer sind Resorts mit Pool, Kinderbecken und Kinderbetreuung verbreitet. In Wadi Musa bieten viele Hotels ruhige Zimmer, einfache Verpflegung und Shuttle zum Eingang. Beduinencamps im Wadi Rum sind ein Erlebnis, aber nicht immer kindgerecht: Fragen Sie nach Betten statt Matratzen, nach Heizung im Winter und nach sauberen sanitären Anlagen. Reservieren Sie früh, vor allem in den Schulferien.
Wie überstehen Kinder lange Autofahrten?
Die Distanzen sind nicht riesig, doch der Desert Highway zieht sich, und Kinder werden schnell ungeduldig. Bewährt haben sich Hörbücher, Reisespiele, Malblock, Snacks und feste Pausenzeiten alle zwei Stunden. An Raststätten gibt es meist saubere Toiletten und Getränke, aber begrenzte Auswahl; ein Vorrat an Obst, Keksen und Wasser im Auto gibt Sicherheit. Starten Sie früh, damit die Kinder im kühlen Wagen schlafen können, und planen Sie Puffer ein – Kontrollpunkte, Baustellen und Fotostopps kosten Zeit.
Sicher unterwegs Familien sollten die Lage besonders sorgfältig prüfen. Das Auswärtige Amt rät (Stand Oktober 2026) dringend ab von Reisen in das syrisch-jordanische Grenzgebiet, den Nordosten und die Grenzregion zum Irak; von nicht notwendigen Reisen in die übrigen Landesteile wird abgeraten. Prüfen Sie vor Buchung und Abreise die aktuelle Sicherheitslage, schließen Sie eine Reiseversicherung mit Rücktransport ab und wählen Sie Routen im Landesinneren.
Häufige Fragen zu Jordanien mit Kindern
Ist Jordanien für Kleinkinder geeignet?
Ja, wenn Sie wenige Standorte wählen, die Hitze meiden und Pausen einplanen. Hotelpools, Strände und kurze Ausflüge funktionieren gut. Lange Wanderungen und heiße Tage sollten Sie vermeiden.
Können Kinder im Toten Meer baden?
Ja, mit Aufsicht und kurzen Badezeiten. Der Kopf bleibt über Wasser, Augen und Wunden brauchen Schutz, und Süßwasser zum Abspülen sollte bereitstehen. Kleinkinder sind besser im Süßwasserpool aufgehoben.
Welche Reisezeit ist für Familien am besten?
Frühling und Herbst bieten mildes Wetter und weniger Hitzestress. Der Sommer ist für Kinder oft zu heiß, der Winter kühl und nass. Planen Sie Aktivitäten möglichst morgens und abends.
Ist Petra mit Kinderwagen machbar?
Nur eingeschränkt. Der Boden ist uneben, stellenweise sandig und mit Stufen durchsetzt. Besser sind Tragetuch oder Kraxe. Für Pausen eignen sich Schattenplätze entlang des Weges.
Mit etwas Planung wird Jordanien zum Familienabenteuer, das alle verbindet. Wie sich die Bausteine zu einer Route fügen, zeigen unsere sieben Tage durch Jordanien.