Fotografieren ist in Jordanien an Sehenswürdigkeiten und in der Landschaft problemlos möglich. Fragen Sie vor Aufnahmen von Menschen um Erlaubnis und verzichten Sie auf Militär, Grenzanlagen, Behörden und Botschaften. Für Drohnen ist eine behördliche Genehmigung nötig. Die besten Fotolichter bieten Petra am Morgen, Wadi Rum bei Sonnenuntergang und das Tote Meer in der Dämmerung.
Jordanien gehört zu den fotogenen Reisezielen des Nahen Ostens: rosa Fels, rote Wüste, römische Säulenstraßen, Mosaike, Märkte, Gewürzläden. Wer mit der Kamera reist, findet an jeder Ecke Motive. Gerade deshalb lohnt es sich, ein paar Regeln zu kennen, damit das Fotografieren Freude bleibt und keine Missverständnisse entstehen.
Diese Seite trennt, was gesichert ist, von dem, was sich je nach Quelle unterscheidet. Verbindliche rechtliche Auskünfte können wir nicht geben; für Drohnen, Genehmigungen und Gebühren sind die zuständigen Behörden maßgeblich. Wo es keine belegten Angaben gibt, sagen wir es und empfehlen, vor Ort nachzufragen.
Wo ist Fotografieren erlaubt, und wo nicht?
An Sehenswürdigkeiten, in Städten, Märkten, Landschaften und Unterkünften dürfen Sie in der Regel fotografieren. Ausnahmen betreffen sicherheitsrelevante Orte. Reiseführer und Hotelinformationen nennen militärische und andere strategische Bereiche, Grenznähe und öffentliche Gebäude als Orte, an denen ohne Genehmigung nicht fotografiert werden darf. Auch Botschaftsgebäude werden in Berichten als sensibel genannt.
Praktisch bedeutet das:
- Richten Sie die Kamera nicht auf Kasernen, Militärfahrzeuge, Kontrollposten, Grenzzäune und Flughäfen.
- Fotografieren Sie keine Polizisten und Soldaten im Dienst, es sei denn, sie erlauben es ausdrücklich.
- Beachten Sie Schilder mit Kamera-Symbolen oder Verbotshinweisen, auch in Museen, Moscheen und Kirchen.
- Fragen Sie im Zweifel Personal oder Polizei, bevor Sie fotografieren.
- Löschen Sie Bilder auf Aufforderung freundlich und ohne Diskussion.
Die Sicherheitsvorschriften können sich ändern und werden regional unterschiedlich ausgelegt. Im Zweifel gilt: Lieber ein Bild weniger als eine unnötige Auseinandersetzung. Mehr zur Lage im Land steht auf der Seite zur Sicherheit.
Wie fotografiere ich Menschen respektvoll?
Fragen Sie immer vorher. Das gilt für Händler, Beduinen, Hirten, Kinder und vor allem für Frauen. Ein Lächeln, ein Blick zur Kamera und eine Geste genügen oft; manche Menschen freuen sich, andere lehnen ab, und auch das ist ihr gutes Recht. Reiseberichte beschreiben das Fotografieren ohne Erlaubnis als unhöflich und teils als unzulässig. Ob und wie weit eine rechtliche Pflicht besteht, konnten wir nicht belegen; die Etikette ist jedoch eindeutig.
Fotografieren Sie Menschen nicht beim Gebet, nicht in Privathäusern ohne Einladung und nicht in Situationen, die ihnen unangenehm sein könnten. Zeigen Sie das Bild auf der Kamera, wenn jemand fragt, und bieten Sie an, es zu schicken. Wenn Sie ein Foto versprechen, halten Sie es. Hinweise zur Etikette allgemein stehen auf der Seite zu den Verhaltensregeln.
Welche Regeln gelten für Drohnen?
Drohnen sind in Jordanien nicht grundsätzlich verboten, aber genehmigungspflichtig. Nach den vorliegenden Quellen ist die Zivilluftfahrtbehörde CARC zuständig; Anträge werden zusätzlich mit dem Innenministerium und den Streitkräften abgestimmt. Eine Quelle nennt eine Vorlaufzeit von rund zehn Arbeitstagen und ein Online-Formular der Behörde. Angaben zu Gebühren und Bußgeldern gehen in den Quellen weit auseinander, deshalb nennen wir keine Beträge. Die Vorschriften wurden in den letzten Jahren überarbeitet.
Für Touristen heißt das: Fliegen Sie nicht ohne Genehmigung. Erkundigen Sie sich frühzeitig bei der Behörde, was für Ihren geplanten Einsatz gilt, und rechnen Sie damit, dass Anträge Zeit brauchen. Ein Bericht einer ausländischen Botschaft schildert, dass Reisende mit Drohnen bei der Einreise lange aufgehalten wurden und Schwierigkeiten hatten, das Gerät zurückzubekommen. Nach Angaben einer Quelle wird die Drohne im Aufgabegepäck transportiert und beim Zoll deklariert; bestätigen Sie das mit der Fluggesellschaft und den Behörden.
Unabhängig von Genehmigungen gilt: Keine Flüge über Menschenmengen, Sicherheitsbereiche, Grenzen, Flughäfen und Militäranlagen. An archäologischen Stätten wie Petra gelten eigene Regeln, und ungenehmigte Flüge stoßen auf Ablehnung. Wenn Sie keine Genehmigung haben, lassen Sie die Drohne am besten zu Hause. Verlassen Sie sich nicht auf Foren, sondern auf die Behörde.
Wann ist das Licht in Petra am besten?
Die Felsfassaden von Petra wirken je nach Tageszeit sehr unterschiedlich. Für das Schatzhaus am Ende des Siq wird häufig der Vormittag empfohlen, wenn das Licht auf die Fassade fällt; mittags liegt sie im Schatten. Der frühe Morgen hat zudem den Vorteil, dass noch wenige Besucher im Siq sind. Für Gräberfassaden und die Hochebenen gibt es andere Zeiten, und auf dem Weg zum Kloster lohnt der Nachmittag, wenn die Sonne die Fassade erreicht. Das sind Erfahrungswerte, die sich mit Jahreszeit und Wetter verschieben.
Planen Sie genug Zeit ein und gehen Sie nicht hastig durch den Siq: Die schönsten Bilder entstehen oft zwischendurch, mit Blick nach oben und auf die Linien im Fels. Ein Weitwinkelobjektiv ist für die engen Passagen nützlich, ein leichtes Teleobjektiv für Details. Stative sind an manchen Stätten eingeschränkt; fragen Sie vorher nach. Mehr über das Ziel steht auf der Seite zu Petra.
Welche Fotospots bietet Wadi Rum?
Wadi Rum ist ein Fotoparadies, vor allem zu den Randzeiten des Tages. Bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang färbt sich der Sandstein in Orange, Rot und Violett, und lange Schatten betonen die Dünen. Tagsüber ist das Licht hart, Farben wirken blass; nutzen Sie die Mittagszeit besser für eine Pause im Schatten. Nachts ist der Sternenhimmel eindrucksvoll, wenn der Mond nicht scheint und kein künstliches Licht stört. Für Nachtaufnahmen brauchen Sie ein Stativ oder eine feste Ablage, und lange Belichtungszeiten.
Viele Aussichtspunkte erreichen Sie nur mit Guide und Geländewagen. Besprechen Sie vorab, wann Sie an welchem Ort sein möchten. Wüstenstaub ist ein Risiko für die Kamera: Wechseln Sie Objektive nicht im Wind und schützen Sie den Sensor. Mehr zum Ziel bietet die Seite zu Wadi Rum.
Wie gelingen Fotos am Toten Meer?
Das Tote Meer ist am schönsten bei weichem Morgenlicht oder in der Dämmerung, wenn Dunst über dem Wasser liegt und das gegenüberliegende Ufer als Silhouette sichtbar wird. Salzkrusten am Ufer, Felsformationen und das glatte Wasser sind lohnende Motive. Das berühmte Bild vom Lesen im Wasser gelingt am besten mit einem Begleiter, der fotografiert; achten Sie darauf, dass Salzwasser nicht an Kamera oder Handy gelangt.
Schützen Sie Geräte vor Hitze und Salz. Wischen Sie Objektive regelmäßig mit einem weichen Tuch ab, denn Salznebel setzt sich schnell ab. Lassen Sie Ausrüstung im Auto nicht in der Sonne liegen. Das Wasser selbst brennt in den Augen; fotografieren Sie nicht im Wasser mit ungeschützter Kamera.
Welche weiteren Orte lohnen sich?
Jerash bietet mit seiner Säulenstraße und den Tempeln klassische Antiken-Motive. Die Aussicht vom Berg Nebo auf Totes Meer und Jordantal ist bei klarer Sicht weit; im Sommer trübt Dunst die Fernsicht. In Amman und Madaba warten Märkte, Gassen, Moscheen und Mosaike. Mehr zu den Orten finden Sie auf den Seiten zu Jerash und zum Berg Nebo.
Märkte und Läden sind besonders ergiebig: Gewürze in Säcken, Pyramiden aus Oliven, Laternen, Stoffe und Teegläser. Fragen Sie Händler um Erlaubnis, bevor Sie Waren und Menschen fotografieren, und kaufen Sie eine Kleinigkeit, wenn Sie länger gefilmt oder fotografiert haben. Das ist ein höflicher Dank.
Was gehört in die Fototasche?
Mit einem Weitwinkel- und einem Standardzoom sind Sie für fast alles gerüstet. Ein Teleobjektiv hilft für Details, Tiere und Aufnahmen aus der Distanz, zum Beispiel von Fassaden oder fernen Bergen. Nehmen Sie ausreichend Speicherkarten und Ersatzakkus mit, denn Laden wird in Camps und auf Tagestouren knapp. Ein Polfilter verstärkt Himmel und Fels, ist aber kein Muss. Reinigungstuch, Blasebalg und Regenschutz für die Kamera sind nützlich.
Für Smartphones gilt: Offline-Speicher und Powerbank mitnehmen und die Hülle gegen Staub schützen. Sichern Sie Fotos im WLAN. Wie Sie online bleiben, erklärt die Seite zu Internet und SIM-Karte. Praktische Ausrüstungshinweise stehen auf der Seite zur Packliste.
Wie veröffentliche ich Bilder verantwortungsvoll?
Posten Sie keine Bilder von Militär, Grenzen oder Sicherheitskräften, und verzichten Sie auf Aufnahmen, die Menschen bloßstellen oder identifizierbar machen, wenn diese nicht einverstanden sind. Geben Sie Standorte sensibler Orte wie Camps, Quellen oder geschützter Flächen mit Bedacht an, damit nicht zu viele Besucher an empfindliche Plätze strömen. Lassen Sie Bilder von Kindern am besten ganz weg. Wer professionell fotografiert oder filmt, sollte sich bei den zuständigen Stellen nach Genehmigungen erkundigen.
Sicher unterwegs Das Auswärtige Amt rät (Stand Oktober 2026) dringend ab von Reisen in das syrisch-jordanische Grenzgebiet, den Nordosten und die Grenzregion zum Irak; von nicht notwendigen Reisen in die übrigen Landesteile wird abgeraten. Fotografieren Sie dort, wo Sie unterwegs sind, keine Militär- und Grenzanlagen, halten Sie sich an Sperrzonen und prüfen Sie die aktuelle Sicherheitslage. Befolgen Sie Anweisungen an Kontrollpunkten und steigen Sie für Fotos nicht aus dem Fahrzeug, wenn dies nicht erlaubt ist.
Petra
Wadi Rum
Verhaltensregeln
Packliste
Häufige Fragen zum Fotografieren in Jordanien
Darf ich in Jordanien Menschen fotografieren?
Nur mit Erlaubnis. Fragen Sie vorher, respektieren Sie ein Nein und fotografieren Sie niemanden beim Gebet oder in privaten Situationen. Frauen und Kinder sollten Sie nur mit ausdrücklicher Zustimmung fotografieren.
Was darf ich nicht fotografieren?
Militäranlagen, Grenzgebiete, Kontrollposten und öffentliche Gebäude mit Sicherheitsbezug, nach Berichten auch Botschaften. Beachten Sie Verbotsschilder und fragen Sie im Zweifel.
Darf ich eine Drohne mitnehmen?
Der Betrieb ist genehmigungspflichtig, zuständig ist die Zivilluftfahrtbehörde. Klären Sie Einfuhr und Genehmigung lange vor der Reise bei den Behörden. Ohne Genehmigung lassen Sie die Drohne zu Hause.
Wann ist das beste Licht in Wadi Rum?
Bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang färbt sich der Fels warm, tagsüber ist das Licht hart. Für Sterne wählen Sie eine mondlose Nacht fernab künstlicher Lichter.
Mit Respekt und etwas Vorbereitung gelingen in Jordanien Bilder, die Erinnerungen tragen. Weitere Planungshilfen finden Sie im Bereich Reiseplanung.