Camping in Jordanien bedeutet vor allem eines: eine Nacht in einem Wüstencamp im Wadi Rum, unter einem der klarsten Sternenhimmel der Welt. Vom einfachen Beduinenzelt bis zur Luxus-„Blase“ mit Panoramafenster ist alles möglich. Auch die Naturreservate Dana und Ajloun bieten stimmungsvolle Camps und Öko-Lodges für Naturfreunde.

Wer in Jordanien wirklich zur Ruhe kommen will, verbringt eine Nacht draußen. Die Wüstencamps im Süden gehören zu den unvergesslichsten Erlebnissen einer Reise – und auch abseits des Wadi Rum gibt es reizvolle Möglichkeiten, in der Natur zu übernachten. Dieser Ratgeber erklärt die Camp-Typen, die schönsten Regionen, die Kosten und was Sie mitbringen sollten. Wer klassische Unterkünfte sucht, findet diese auf unserer Seite zu Hotels & Unterkünften.
Warum ist ein Wüstencamp im Wadi Rum ein Muss?
Das Wadi Rum ist eine der spektakulärsten Wüstenlandschaften der Erde: rote Sanddünen, aufragende Felsmassive und eine Stille, die man fast hören kann. Eine Übernachtung im Camp verwandelt den Tagesausflug in ein echtes Abenteuer. Am Nachmittag geht es per Jeep oder Kamel zu den Sehenswürdigkeiten, am Abend gibt es ein traditionelles Zarb-Essen aus dem Erdofen, und nach Sonnenuntergang breitet sich einer der klarsten Sternenhimmel der Welt aus – ohne Lichtverschmutzung leuchtet die Milchstraße von Horizont zu Horizont.
Die Camps werden überwiegend von einheimischen Beduinenfamilien betrieben. Das macht den Aufenthalt nicht nur authentisch, sondern unterstützt auch direkt die lokale Bevölkerung. Mehr zu den Aktivitäten in der Natur lesen Sie unter Aktiv & Natur.
Welche Arten von Wüstencamps gibt es?
Die Bandbreite ist groß – vom Minimalisten-Zelt bis zum Designhotel unter Sternen. Grob unterscheidet man drei Kategorien:
- Einfache Beduinencamps: traditionelle Gemeinschaftszelte aus Ziegenhaar mit Matratzen, einfachen Sanitäranlagen und gemeinsamem Abendessen am Feuer. Günstig, ursprünglich und gesellig.
- Komfort-Camps: feste Zelte mit richtigen Betten, Strom und teils eigenem Bad – ein guter Mittelweg zwischen Abenteuer und Bequemlichkeit.
- Luxus- und „Bubble“-Camps: beheiz- oder klimatisierbare Kuppelzelte mit durchsichtigem Panoramadach, durch das Sie vom Bett aus die Sterne sehen. Mit privatem Bad und stilvoller Ausstattung sind sie besonders für Paare beliebt.
Für welche Variante Sie sich entscheiden, hängt von Budget und Anspruch ab. Selbst die einfachen Camps bieten das entscheidende Erlebnis – die Nacht in der Wüste. Die Luxus-Camps machen daraus einen komfortablen Kurzurlaub.
Wo kann man außerhalb des Wadi Rum campen?
Auch der Norden und die Reservate haben stimmungsvolle Camps zu bieten:
- Dana Biosphärenreservat: Jordaniens größtes Naturschutzgebiet mit dem Rummana-Camp und der berühmten, netzunabhängigen Feynan Ecolodge, die abends nur mit Kerzen beleuchtet wird – ein Highlight für Ruhesuchende und Sternengucker.
- Ajloun-Waldreservat: im grünen Norden gelegen, mit einfachen Hütten (Cabins) inmitten von Eichen- und Pistazienwäldern – ein überraschend grüner Kontrast zur Wüste.
- Umgebung des Toten Meeres und Mujib: hier locken Naturcamps in Verbindung mit Canyoning-Touren durch die Schluchten.
Viele dieser Camps werden von der jordanischen Naturschutzbehörde betrieben, die Übernachtung, Wanderungen und Naturschutz sinnvoll verbindet. Buchungen laufen meist über die offiziellen Reservate.
Preislich decken die Camps eine große Spanne ab: Ein einfaches Beduinenzelt mit Halbpension ist erschwinglich und oft günstiger als ein Mittelklassehotel, während die luxuriösen Kuppelzelte mit privatem Bad und Panoramadach ins gehobene Segment reichen. In den meisten Fällen sind Abendessen, Frühstück und häufig auch eine Wüstentour im Preis enthalten – ein guter Rundum-Wert. Reservieren sollten Sie vorab, denn gerade die beliebten Camps im Wadi Rum und die Feynan Ecolodge sind in der Hauptsaison schnell ausgebucht.
Was erlebt man auf einer Wüstensafari im Wadi Rum?
Zur Camp-Übernachtung gehört fast immer eine Tour durch die Wüste – meist auf der Ladefläche eines Geländewagens, auf Wunsch auch per Kamel. Die Beduinen kennen jeden Winkel und steuern die schönsten Plätze an:
- Lawrence-Quelle: eine Wasserstelle am Fels, benannt nach T. E. Lawrence, mit weitem Blick über das Tal.
- Khazali-Schlucht: ein enger Canyon mit jahrtausendealten Felszeichnungen (Petroglyphen).
- Rote Sanddünen: zum Hinauflaufen und Hinunterlaufen – ein Riesenspaß, besonders für Kinder.
- Felsbögen: natürliche Steinbrücken wie der Umm-Fruth-Bogen, die man teils erklettern kann.
- Sonnenuntergangspunkt: ein erhöhter Aussichtsplatz, an dem die Felswände im Abendlicht tiefrot glühen.
Diese Halbtags- oder Ganztagstouren sind das Herzstück des Wadi-Rum-Erlebnisses und werden von den Camps organisiert. Mehr zur Region lesen Sie auf unserer Seite zum Wadi Rum.
Wie läuft ein Abend im Beduinencamp ab?
Der Ablauf ist überall ähnlich und wunderbar entschleunigend. Am späten Nachmittag kommen die Gäste an und werden mit süßem Tee begrüßt. Nach der Wüstentour und dem Sonnenuntergang wird das Abendessen serviert – oft das traditionelle Zarb, das feierlich aus dem Erdofen gehoben wird. Beim gemeinsamen Essen unter freiem Himmel kommt man mit Reisenden aus aller Welt ins Gespräch. Später sitzt man am Feuer, lauscht Beduinenmusik und schaut in den Sternenhimmel; manche Camps haben ein Teleskop. Wer früh aufsteht, wird mit einem stillen Sonnenaufgang belohnt, wenn die ersten Strahlen die Felsen zum Leuchten bringen – für viele der schönste Moment der ganzen Reise.
Darf man in Jordanien wild campen?
Freies, wildes Campen ist nicht überall erlaubt und in den Naturschutzgebieten grundsätzlich untersagt – dort dürfen Sie nur auf ausgewiesenen Plätzen und über die Reservate übernachten. Im Wadi Rum, das ein Schutzgebiet ist, übernachtet man ausschließlich in den registrierten Camps. Wer mit dem Mietwagen unterwegs ist und irgendwo in der Wildnis zelten möchte, sollte das nur mit Erlaubnis der örtlichen Gemeinden und mit größter Rücksicht auf die Natur tun. Der einfachste und sicherste Weg ist fast immer die Buchung eines etablierten Camps.
Wann ist die beste Zeit fürs Wüstencamping?
Ideal sind Frühling (März bis Mai) und Herbst (September bis November): tagsüber angenehm warm, nachts kühl, aber nicht eisig. Beachten Sie, dass die Wüste starke Temperaturschwankungen hat – nach einem heißen Tag kann die Nacht empfindlich kalt werden, im Winter sogar mit Frost. Der Hochsommer ist tagsüber extrem heiß, die klare Nacht dafür angenehm; die Camps sind dann weniger belegt. Eine ausführliche Einordnung finden Sie unter beste Reisezeit.
Was sollte man zum Camping in Jordanien mitbringen?
Die Camps stellen Zelt, Matratze, Decken und Verpflegung – Sie müssen also keine eigene Ausrüstung schleppen. Sinnvoll sind dennoch:
- Warme Kleidung für die Nacht, auch im Sommer (Fleece, lange Hose, Mütze).
- Stirnlampe oder Taschenlampe – die Camps sind bewusst dunkel gehalten.
- Feste Schuhe für Wanderungen und den sandigen Untergrund.
- Sonnenschutz und viel Wasser für die Tagestouren.
- Powerbank, da Strom in einfachen Camps knapp sein kann.
Wer eine Rundreise plant, baut die Camp-Nacht am besten rund um den Besuch von Wadi Rum und Petra ein, die nur etwa anderthalb Autostunden auseinanderliegen. So verbinden Sie die beiden großen Höhepunkte des Südens mit dem intensivsten Naturerlebnis der Reise.
Häufige Fragen zum Camping in Jordanien
Muss man eigene Campingausrüstung mitbringen?
Nein. Die Wüsten- und Naturcamps stellen Zelt, Betten oder Matratzen, Decken und Verpflegung. Sinnvoll sind lediglich warme Kleidung für die Nacht, eine Stirnlampe, feste Schuhe und ausreichend Trinkwasser für die Tagestouren.
Ist eine Nacht in der Wüste auch für Familien geeignet?
Ja. Kinder lieben die Jeeptouren, das Feuer und den Sternenhimmel. Komfort-Camps mit festen Betten und eigenem Bad sind für Familien am praktischsten. Wichtig sind warme Kleidung für die Nacht und ausreichend Wasser tagsüber.
Darf man in Jordanien überall wild zelten?
Nein. In Naturschutzgebieten und im Wadi Rum ist die Übernachtung nur in registrierten Camps oder auf ausgewiesenen Plätzen erlaubt. Freies Zelten sollte nur mit Erlaubnis der örtlichen Gemeinden und mit Rücksicht auf die Natur erfolgen.
Wie kalt wird es nachts im Wüstencamp?
Sehr unterschiedlich. Nach heißen Tagen kühlt die Wüste stark ab; in Frühling und Herbst sind die Nächte frisch, im Winter kann es Frost geben. Warme Kleidung ist ganzjährig ratsam – die Camps stellen zusätzlich dicke Decken.