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Bevölkerung

Jordanien hat rund 12 Millionen Einwohner. Das Statistikamt meldete im Juli 2026 genau 12.045.180 Menschen, darunter ein knappes Drittel ohne jordanische Staatsangehörigkeit. Die Bevölkerung ist jung, wächst um etwa 1,7 Prozent im Jahr und lebt zu über 90 Prozent in Städten, vor allem in Amman, Irbid und Zarqa.

Dicht bebaute Hügel von Amman mit hellen Häusern im Abendlicht
Symbolbild: Amman, die Hauptstadt mit den meisten Einwohnern

Kaum ein Land hat seine Bevölkerung in wenigen Jahrzehnten so stark wachsen sehen wie Jordanien: 1952 lebten hier 586.000 Menschen, heute ist es das Zwanzigfache. Grund sind hohe Geburtenraten, vor allem aber mehrere Fluchtbewegungen aus den Nachbarländern. Diese Seite erklärt Zahlen, Altersstruktur, Verstädterung, Herkunftsgruppen und die Lage der Geflüchteten. Wie sich diese Entwicklung historisch erklärt, zeigt der Überblick zur Geschichte Jordaniens.

Auf einen BlickBevölkerung Jordaniens
Einwohner12.045.180 (Bevölkerungsuhr des Statistikamts, Juli 2026)
Prognose Ende 202612,144 Millionen
Wachstumrund 1,7 Prozent pro Jahr
Unter 15 Jahre34,2 Prozent; 65 Jahre und älter: 3,7 Prozent
Geburten je Frau2,6 (2023), 1990 waren es 5,6
Lebenserwartung75,3 Jahre (2023, Statistikamt)
Stadtbevölkerung93 Prozent (Weltbank, 2025)
Registrierte syrische Geflüchtete329.720 (UNHCR, 30. September 2026)

Wie viele Menschen leben in Jordanien?

Nach der Bevölkerungsuhr des jordanischen Statistikamts (Department of Statistics) lebten im Juli 2026 genau 12.045.180 Menschen im Land. Ende 2025 waren es 11,937 Millionen, für Ende 2026 erwartet das Amt 12,144 Millionen. Jordanien liegt damit auf Platz 11 unter den arabischen Staaten. Auf rund 89.300 Quadratkilometern ergibt das etwa 135 Einwohner je Quadratkilometer, wobei der Osten und Süden des Landes nahezu menschenleer sind. Die alte Angabe von 5,5 Millionen Einwohnern und 61 Menschen je Quadratkilometer stammt aus den 2000er-Jahren und ist längst überholt.

Gezählt werden alle Einwohner, also auch Menschen ohne jordanischen Pass. Bei der letzten Volkszählung 2015 hatte das Land 9,5 Millionen Einwohner, davon 6,6 Millionen Jordanier und 2,9 Millionen Ausländer, ein Anteil von 30,6 Prozent. Nach jüngeren Angaben des Statistikamts besitzen heute etwa 70 Prozent der Einwohner die jordanische Staatsangehörigkeit. Derzeit läuft die nächste Volkszählung, die Feldarbeit mit Gebäude- und Haushaltserfassung sowie Abgleich mit Behördenregistern; die eigentliche Zählung war für den 1. Oktober 2026 angesetzt. Ergebnisse liegen noch nicht vor (Stand 21. Oktober 2026) und werden die bisherigen Schätzungen ersetzen.

Gut zu wissen Je nach Quelle schwanken die Einwohnerzahlen deutlich: Die Weltbank nennt für 2025 rund 11,5 Millionen, das jordanische Statistikamt knapp 11,9 Millionen. Die Unterschiede entstehen durch verschiedene Stichtage und Annahmen darüber, wie viele Geflüchtete und Arbeitsmigranten im Land leben.

Wie jung ist die Bevölkerung Jordaniens?

Sehr jung: 34,2 Prozent der Einwohner sind jünger als 15 Jahre, 62,1 Prozent zwischen 15 und 64 und nur 3,7 Prozent 65 oder älter. Auf 100 Menschen im erwerbsfähigen Alter kommen damit gut 61 Kinder und Ältere. Zugleich altert das Land langsam, denn die Geburtenrate ist stark gefallen, von 5,6 Kindern je Frau im Jahr 1990 auf 2,6 im Jahr 2023. Frauen heiraten im Schnitt mit 27,5 Jahren (2024), die Haushalte werden kleiner.

Das jährliche Wachstum liegt heute bei etwa 1,7 Prozent. Es schwankte stark mit den Krisen der Region: Zwischen den Volkszählungen von 1979 und 1994 wuchs die Bevölkerung um 4,4 Prozent im Jahr, zwischen 1994 und 2004 um 2,6 Prozent und zwischen 2004 und 2015 wegen des Zuzugs aus dem Irak und aus Syrien sogar um 5,3 Prozent. Die Lebenserwartung liegt laut Statistikamt bei 75,3 Jahren, die Säuglingssterblichkeit bei 14 je 1.000 Lebendgeburten (beide 2023).

Wo leben die Menschen in Jordanien?

Fast alle Jordanier leben in Städten, laut Weltbank 93 Prozent im Jahr 2025. Rund drei Viertel der Bevölkerung konzentrieren sich auf die drei Gouvernements Amman, Irbid und Zarqa im fruchtbaren Nordwesten. Bei der Volkszählung 2015 zählte das Gouvernement Amman 4,0 Millionen Einwohner, 42 Prozent der Gesamtbevölkerung, Irbid 1,77 Millionen und Zarqa 1,36 Millionen. Neuere Zahlen je Gouvernement werden erst mit der laufenden Volkszählung verfügbar sein.

Amman ist von einer Kleinstadt der 1920er-Jahre zu einer Metropole mit mehreren Millionen Menschen gewachsen. Zarqa im Nordosten der Hauptstadt ist Industriestandort und mit Amman nahezu zusammengewachsen, Irbid im Norden ist Universitätsstadt. Kleinere Zentren sind Salt, Madaba, Karak, Ma’an und Aqaba am Roten Meer. Die Wüstengebiete im Osten und Süden, die vier Fünftel des Landes ausmachen, sind nur dünn besiedelt.

Welche Herkunftsgruppen gibt es in Jordanien?

Die große Mehrheit der Jordanier ist arabisch. Innerhalb dieser Mehrheit spielen Herkunftsgeschichten eine wichtige Rolle, auch wenn es dazu keine amtliche Statistik gibt:

  • Ostjordanier: Familien, die schon vor 1948 östlich des Jordan lebten, darunter sesshafte Bauern, Städter und die großen Beduinenstämme. Sie prägen traditionell Armee, Verwaltung und ländliche Regionen.
  • Jordanier palästinensischer Herkunft: Nachfahren von Menschen, die vor allem nach den Kriegen von 1948 und 1967 aus dem heutigen Israel und den palästinensischen Gebieten kamen. Die meisten besitzen die jordanische Staatsangehörigkeit. Wie groß ihr Anteil ist, wird nicht erhoben und ist politisch umstritten; Schätzungen gehen weit auseinander. Viele sind besonders in Amman, Zarqa und in der Privatwirtschaft verankert.
  • Tscherkessen und Tschetschenen: Muslimische Einwanderer aus dem Nordkaukasus, die ab 1878 unter osmanischer Herrschaft angesiedelt wurden. Tscherkessen gründeten das moderne Amman, Tschetschenen siedelten in Zarqa, Sweileh und Azraq. Ihre Zahl wird auf einige zehntausend geschätzt, die Angaben schwanken stark. Für beide Gruppen gibt es gemeinsame Quotensitze im Parlament.
  • Weitere Gruppen: Armenier, Kurden, Turkmenen und Assyrer bilden kleine Gemeinschaften.

Welche Sprachen diese Gruppen pflegen, erklärt die Seite zur Sprache in Jordanien, ihre Glaubenszugehörigkeit die Seite zur Religion in Jordanien.

Wie viele palästinensische Flüchtlinge leben in Jordanien?

Beim UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) sind in Jordanien rund 2,4 Millionen Menschen als Palästina-Flüchtlinge registriert, die größte Zahl aller Einsatzgebiete des Hilfswerks. Gezählt werden auch die Nachkommen der Geflüchteten von 1948. Anders als in Libanon oder Syrien haben die meisten von ihnen die jordanische Staatsangehörigkeit und volle Bürgerrechte. Eine Ausnahme bilden vor allem Menschen, die nach 1967 aus dem Gazastreifen kamen; bei der Volkszählung 2015 wurden rund 634.000 Palästinenser ohne jordanische Nationalnummer gezählt.

Nur ein kleiner Teil lebt in den zehn offiziellen Lagern, die heute eher dicht bebauten Stadtvierteln gleichen. Das größte ist Baqa’a nördlich von Amman. UNRWA betreibt dort und darüber hinaus Schulen und Gesundheitszentren. Die Finanzierung des Hilfswerks ist seit 2024 durch gekürzte Beiträge einzelner Geberländer und politische Auseinandersetzungen unsicher, was auch Jordanien betrifft.

Wie viele syrische Geflüchtete leben noch in Jordanien?

Ende September 2026 waren beim UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR 329.720 syrische Geflüchtete in Jordanien registriert, davon 74.718 in Lagern, vor allem Zaatari und Azraq. Die übrigen leben in Städten und Dörfern, vor allem in Amman, Irbid und Mafraq. Im Februar 2026 waren es noch über 403.000, insgesamt waren damals rund 427.000 Geflüchtete und Asylsuchende registriert, neben Syrern vor allem aus dem Irak, dem Jemen und dem Sudan. Die Gesamtzahl der Syrer im Land ist höher, weil nicht alle registriert sind; bei der Volkszählung 2015 wurden 1,27 Millionen gezählt.

Seit dem Sturz der Assad-Regierung am 8. Dezember 2024 kehren viele zurück. Nach Angaben eines UNHCR-Sprechers gingen bis zum 24. August 2026 rund 220.000 registrierte Syrer aus Jordanien freiwillig zurück, die meisten als ganze Familien. Das Tempo schwankt: Im Winter und im Ramadan kehren weniger Menschen zurück, nach Ende des Schuljahres mehr. Viele Familien zögern wegen zerstörter Häuser, fehlender Arbeit und unsicherer Lage in Syrien. Für die Aufnahme seit 2011 hat Jordanien international viel Anerkennung erhalten, zugleich belastete sie Wasserversorgung, Schulen und Arbeitsmarkt stark.

Wie ist es um die Bildung bestellt?

Jordanien gilt im regionalen Vergleich als bildungsstarkes Land. Die zehnjährige Grundschulbildung ist Pflicht und an staatlichen Schulen kostenlos; daneben gibt es viele Privatschulen und die Schulen des UNRWA. Die Alphabetisierungsrate der Erwachsenen lag laut Weltbank 2024 bei rund 94 Prozent.

Im Studienjahr 2025/2026 waren nach Angaben des Hochschulministeriums 480.009 Studierende eingeschrieben: 60 Prozent an zehn staatlichen Universitäten und zehn Hochschulcolleges, 40 Prozent an 18 privaten Universitäten und Community Colleges. Mehr als 55.000 Studierende kamen aus dem Ausland, aus 119 Ländern. Die ältere Angabe von acht staatlichen und zwölf privaten Universitäten ist damit überholt. Die älteste Universität des Landes ist die 1962 gegründete University of Jordan in Amman.

Wie sieht der Arbeitsmarkt aus, und wer kommt zum Arbeiten?

Die Arbeitslosigkeit ist eine der größten Herausforderungen. Im zweiten Quartal 2026 lag sie laut Statistikamt bei 16,1 Prozent aller Erwerbspersonen und bei 21,0 Prozent unter Jordaniern; besonders betroffen sind junge Menschen und Frauen. Die alte Angabe einer inoffiziellen Arbeitslosigkeit von 40 Prozent lässt sich nicht belegen. Viele gut ausgebildete Jordanier arbeiten in den Golfstaaten, ihre Überweisungen sind für viele Familien wichtig.

Gleichzeitig ist Jordanien selbst Ziel von Arbeitsmigration. Das US-Außenministerium schätzte 2023, dass über eine Million Arbeitsmigranten im Land leben, vor allem aus Ägypten, Süd- und Südostasien sowie aus Afrika südlich der Sahara. Bei der Volkszählung 2015 waren 636.000 Ägypter die zweitgrößte ausländische Gruppe. Sie arbeiten vor allem in Landwirtschaft, Bau und Dienstleistungen, Frauen aus Asien häufig als Hausangestellte, viele Arbeiter aus Südasien in der Textilindustrie. Ausländer dürfen nur in bestimmten Berufen arbeiten und brauchen eine Arbeitserlaubnis. Mehr zu Branchen und Wachstum lesen Sie auf der Seite zur Wirtschaft Jordaniens.

Häufige Fragen zur Bevölkerung Jordaniens

Wie viele Einwohner hat Amman?

Das Gouvernement Amman hatte bei der Volkszählung 2015 rund 4 Millionen Einwohner, heute sind es deutlich mehr. Genaue aktuelle Zahlen liefert erst die Volkszählung 2026.

Sind die meisten Jordanier Beduinen?

Nein. Viele Familien haben beduinische Wurzeln und fühlen sich ihrem Stamm verbunden, aber nur noch wenige Menschen leben nomadisch oder halbnomadisch, etwa im Wadi Rum und in der östlichen Wüste.

Wie viele Menschen ohne jordanischen Pass leben im Land?

Nach Angaben des Statistikamts besitzen etwa 70 Prozent der Einwohner die jordanische Staatsangehörigkeit. Zu den übrigen zählen Syrer, Ägypter, Palästinenser ohne Nationalnummer, Iraker und Arbeitsmigranten aus Asien und Afrika.

Wann gibt es neue Zahlen aus der Volkszählung?

Die Volkszählung 2026 läuft noch. Das Statistikamt hat angekündigt, die Ergebnisse nach Abschluss offiziell zu übernehmen; einen genauen Veröffentlichungstermin gab es bis Oktober 2026 nicht.

Mehr über Land und Leute erfahren →

Quellen und weiterführende Informationen: Jordan Times: Bevölkerung übersteigt 12 Millionen (Statistikamt, Juli 2026), UNHCR: Syria Regional Refugee Response – Jordan, Weltbank: Jordan Data