Jordanische Süßspeisen leben von Sirup, Nüssen, Grieß, Käse und Blütenwasser. Bekannt sind Knafeh mit warmem Käse unter knusprigem Teig, Baklava, Ma’amoul zu Festtagen und Qatayef im Ramadan. Probieren können Sie sie in Konditoreien und an Straßenständen; die Auswahl ist am größten in Amman und in größeren Städten.
Wer in Jordanien zu Gast ist, bekommt früher oder später etwas Süßes angeboten, oft zusammen mit Tee oder Kaffee. Süßes gehört zur Gastfreundschaft, zu Festen und zu Familienbesuchen. In den Vitrinen der Konditoreien stapeln sich Bleche in Gold, Rot und Grün, und der Duft von Sirup, Butter und Orangenblütenwasser zieht schon von Weitem durch die Straße.
Diese Seite stellt die wichtigsten Süßspeisen vor, erklärt, woraus sie bestehen, wann sie gegessen werden und wie Sie beim Probieren vorgehen. Zur Herkunft einzelner Rezepte gibt es in der gesamten Region unterschiedliche Ansprüche; wir beschreiben deshalb eher die Zubereitung als einen Ursprung. Preise nennen wir nur als Größenordnung.
Was ist Knafeh, und warum gilt es als Lieblingsdessert?
Knafeh ist ein warmes Gebäck aus mildem, weichem Käse, der von einem knusprigen Mantel umgeben ist. Je nach Variante besteht dieser Mantel aus feinen Teigfäden oder aus grobem Grieß, der in Butter geröstet wird. Das fertige Blech wird mit Zuckersirup übergossen und oft mit gehackten Pistazien bestreut. Serviert wird es frisch, noch heiß, sodass der Käse Fäden zieht.
Der Reiz liegt im Kontrast aus süß, leicht salzig und knusprig. Viele Gäste sind beim ersten Bissen überrascht, weil sie ein Dessert mit Käse nicht erwarten. Das Gericht wird häufig mit der palästinensischen Stadt Nablus verbunden, und der Käse, der dafür gebraucht wird, trägt ihren Namen. In Jordanien ist Knafeh Alltagskultur: zum Frühstück, als Nachtisch, zum Feiern. Probieren Sie es möglichst direkt dort, wo es gebacken wird, und essen Sie es warm.
Was gehört zur Familie der Baklava?
Baklava besteht aus vielen hauchdünnen Teigschichten, zwischen denen gehackte Nüsse liegen, meist Pistazien, Walnüsse oder Cashews. Nach dem Backen wird das Gebäck mit Sirup getränkt und in Rauten oder Rollen geschnitten. In den Schaufenstern finden Sie unzählige Formen mit eigenen Namen, vom kleinen Nestchen bis zum gerollten Röllchen.
Wie bei vielen Speisen der Region wird die Herkunft von Baklava unterschiedlich erzählt; mehrere Länder sehen sie als Teil ihrer Küche. Wichtiger für Reisende ist die Qualität. Gute Baklava ist knusprig, nicht triefend süß und riecht nach Butter, nicht nach Fett. Lassen Sie sich eine gemischte Kostprobe zusammenstellen, meist wird nach Gewicht abgerechnet, und nehmen Sie lieber wenig als zu viel.
Was sind Qatayef, und wann isst man sie?
Qatayef sind kleine Pfannkuchen, die nur auf einer Seite gebacken werden. Sie werden gefaltet und mit Nüssen oder süßem Käse gefüllt, danach entweder frittiert oder im Ofen gebacken und mit Sirup beträufelt. Sie gelten als typisches Gebäck des Fastenmonats Ramadan, wenn die Straßen am späten Nachmittag nach frisch gebackenem Teig duften und Händler ihre Stände aufbauen.
Außerhalb des Ramadan sind Qatayef schwieriger zu finden, manche Konditoreien bieten sie aber auch dann an. Wer im Fastenmonat reist, sollte beachten, dass tagsüber viele Lokale geschlossen sind und das Essen in der Öffentlichkeit zurückhaltend gehandhabt wird. Hinweise dazu finden Sie auf der Seite Reisen im Ramadan.
Welche weiteren Klassiker lohnen den Versuch?
Neben den großen Namen gibt es eine Reihe von Süßigkeiten, die oft übersehen werden:
- Ma’amoul: Mürbes Gebäck aus Grieß, gefüllt mit Datteln, Pistazien oder Walnüssen, in geschnitzten Holzformen geformt. Es wird zu Festtagen verschenkt, etwa zum Ende des Ramadan.
- Halawa: Eine bröselige Süßigkeit aus Sesammus, oft mit Pistazien. Sie ist deutlich weniger klebrig als Sirupgebäck und wird gern zum Frühstück gegessen.
- Basbousa: Ein Grießkuchen, der mit Sirup getränkt wird und oft mit einer Mandel verziert ist.
- Mahalabiya: Ein Milchpudding, meist mit Rosen- oder Orangenblütenwasser aromatisiert und mit Nüssen bestreut.
- Awameh: Kleine frittierte Teigbällchen, die in Sirup getränkt werden und außen knusprig, innen weich sind.
Viele dieser Spezialitäten lassen sich an derselben Theke finden. Fragen Sie, was frisch ist: Gebäck, das schon lange im Schaufenster liegt, verliert an Frische, aber nicht jede Süßigkeit ist für den schnellen Verzehr gedacht.
Wo kann ich Süßes probieren?
In Amman finden Sie Konditoreien in nahezu jedem Viertel, besonders belebt sind die Straßen rund um die Altstadt und die großen Einkaufsstraßen. In anderen Städten wie Madaba, Irbid oder Aqaba gibt es ebenfalls Läden, die Süßes frisch herstellen. Eine feste Empfehlung für einzelne Betriebe geben wir nicht; Qualität und Geschmack wechseln, und viele lokale Läden sind gleichwertig. Orientieren Sie sich an dem, was Einheimische kaufen: Wo sich abends eine Schlange bildet, wird meist gut gebacken.
Am besten kombinieren Sie eine Süßigkeit mit einem Getränk, etwa Tee mit Minze oder starkem Kaffee. Eine Übersicht der Getränke bietet die Seite zu den jordanischen Getränken. Wer deftigere Gerichte probieren möchte, findet sie auf der Seite zum Nationalgericht Mansaf und im Beitrag zum Streetfood in Amman.
Welche Zutaten prägen den Geschmack?
Hinter der Vielfalt steht eine überschaubare Zahl von Zutaten. Zucker und Wasser werden zu Sirup gekocht, der oft mit einem Spritzer Zitronensaft gebunden wird. Dazu kommen Rosenwasser und Orangenblütenwasser, die dem Gebäck sein blumiges Aroma geben, sowie Butter oder Ghee, Grieß, Sesam, Datteln und Nüsse. Der Käse für Knafeh ist mild und fast geschmacklos, damit der Sirup wirkt.
Wer empfindlich auf Nüsse oder Sesam reagiert, sollte vorsichtig sein: Nüsse sind in vielen Gebäcken enthalten, auch wenn man sie nicht sieht. Fragen Sie nach, wenn Sie Allergien haben, und lassen Sie sich nicht von der Sprachbarriere entmutigen. Ein Zettel mit der Bezeichnung der Allergie auf Arabisch oder Englisch hilft.
Wie viel kosten Süßspeisen?
Süßes ist in Jordanien im Vergleich zu vielen westlichen Ländern erschwinglich. Ein Stück Knafeh oder eine Kostprobe vom Blech kostet meist nur wenige JOD, bei Kilopreisen für Baklava sollten Sie auf die Gewichtsangabe achten. Preise ändern sich und hängen von Ort, Qualität und Nusssorte ab; Pistazien machen Gebäck teurer als Walnüsse. Eine allgemeine Orientierung zu Reisekosten gibt die Seite zu den Kosten.
Fragen Sie vor dem Kauf nach dem Preis pro Kilo oder pro Stück, wenn er nicht angeschrieben ist. Meist geht es freundlich und ohne Diskussion zu. Kaufen Sie als Mitbringsel besser verpackte Sorten, die sich halten, denn ein Teil der Gebäcke ist nach wenigen Tagen nicht mehr frisch.
Wann am Tag isst man Süßes?
Anders als in Mitteleuropa ist Süßes nicht auf den Nachtisch beschränkt. Knafeh wird vielerorts schon am Vormittag verkauft und mit Fladenbrot gegessen, Halawa kommt morgens auf den Tisch, und Gebäck begleitet den Nachmittagstee. Abends sind Konditoreien oft besonders voll, wenn Familien nach dem Essen noch einen Spaziergang machen und eine Schachtel mit nach Hause nehmen. Wer sich darauf einstellt, plant keine Süßigkeiten als Abschluss eines schweren Abendessens, sondern genießt sie zu einer eigenen Gelegenheit, mit Zeit und einem Getränk.
Wie gehe ich als Gast mit Süßem um?
Wenn Ihnen Gastgeber Gebäck anbieten, ist es höflich, mindestens ein Stück zu nehmen. Lehnen Sie nicht schroff ab, sondern bedanken Sie sich und nehmen Sie lieber ein kleines Stück. Es ist üblich, das Angebot mehrfach zu wiederholen, und ein freundliches Nein mit Hand aufs Herz gilt als höflich. Essen Sie mit der rechten Hand, wenn Sie Gebäck ohne Besteck nehmen. Mehr zur Etikette steht auf der Seite zu den Verhaltensregeln.
Wer abnehmen oder auf Zucker achten möchte, wird in Jordanien nicht verhungern, denn Obst und Joghurt sind zu jeder Mahlzeit erhältlich. Aber ein Stück Knafeh gehört für viele zur Reise wie der Besuch einer Ausgrabungsstätte.
Wie kann ich Süßes in der Heimat nachmachen?
Die meisten Rezepte sind einfacher, als sie aussehen, brauchen aber die richtigen Zutaten. Teigfäden, Grieß, Käse und Blütenwasser bekommen Sie in Läden für orientalische Lebensmittel. Wichtig ist der Sirup: Er sollte abgekühlt über das heiße Gebäck gegossen werden, damit es knusprig bleibt. Wer sich als Anfänger versuchen möchte, beginnt mit Basbousa oder Mahalabiya, die wenig Technik verlangen.
Schreiben Sie sich auf der Reise auf, was Sie probiert haben, und fragen Sie Konditoren nach Tipps. Viele Menschen freuen sich, wenn Besucher Interesse zeigen, und erzählen gern, wie ihr Gebäck entsteht. Oft erfahren Sie so auch, welche Sorte zu welchem Anlass gehört und warum manche Familien ihr eigenes Rezept für Ma’amoul oder Knafeh hüten.
Sicher unterwegs Das Auswärtige Amt rät (Stand Oktober 2026) dringend ab von Reisen in das syrisch-jordanische Grenzgebiet, den Nordosten und die Grenzregion zum Irak; von nicht notwendigen Reisen in die übrigen Landesteile wird abgeraten. Die beschriebenen Konditoreien und Märkte liegen in Städten und Ortschaften abseits dieser Gebiete. Prüfen Sie dennoch vor der Reise die aktuelle Sicherheitslage, achten Sie in Menschenmengen auf Ihre Wertsachen und essen Sie nur frisch Zubereitetes aus sauberen Betrieben.
Jordanische Getränke
Mansaf
Streetfood in Amman
Reisen im Ramadan
Häufige Fragen zu jordanischen Süßspeisen
Was ist Knafeh?
Ein warmes Gebäck aus mildem Käse unter einer knusprigen Schicht aus Teigfäden oder Grieß, das mit Sirup übergossen wird. Es wird frisch und heiß gegessen.
Wann gibt es Qatayef?
Vor allem im Fastenmonat Ramadan. Die kleinen gefüllten Pfannkuchen werden dann in vielen Konditoreien und an Ständen angeboten, außerhalb dieser Zeit sind sie seltener.
Sind Süßspeisen vegetarisch?
Die meisten Gebäcke enthalten keine Fleischprodukte, aber Butter oder Ghee, Milchprodukte und Nüsse. Veganer sollten gezielt nachfragen. Bei Allergien auf Nüsse oder Sesam ist Vorsicht geboten.
Was kann ich als Mitbringsel kaufen?
Gut haltbar sind trockene Gebäcke wie Ma’amoul, Halawa und verpackte Baklava. Fragen Sie nach der Haltbarkeit und lassen Sie sich die Ware verpacken, damit sie im Gepäck nicht zerdrückt wird.
Süßes gehört in Jordanien zum Gastgeben wie Tee und Kaffee. Weitere kulinarische Themen finden Sie im Bereich Kultur und Küche.