Petra ist die in rosaroten Sandstein geschlagene Felsenstadt der Nabatäer im Süden Jordaniens – ein UNESCO-Welterbe und eines der neuen Sieben Weltwunder. Kernstück ist das über 40 Meter hohe Schatzhaus (Al-Khazneh) am Ende der engen Felsschlucht Siq. Für den Rundgang mit Königsgräbern und dem Kloster Ad Deir sollten Sie mindestens einen vollen Tag einplanen.
Keine andere Sehenswürdigkeit steht so für Jordanien wie Petra. Was viele Reisende überrascht: Die berühmte Fassade des Schatzhauses ist nur der Auftakt. Petra ist eine weitläufige antike Metropole über mehrere Quadratkilometer – mit Tempeln, einer römischen Kolonnadenstraße, hunderten in den Fels gehauenen Gräbern und Wanderwegen, die tagelang füllen können. Dieser Reiseführer erklärt, was Sie sehen, wie viel Zeit und Geld Sie einplanen und wie Sie die Menschenmassen umgehen.
Was macht Petra so besonders?
Petra war ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. die Hauptstadt der Nabatäer, eines Händlervolks, das den Karawanenhandel mit Weihrauch, Myrrhe und Gewürzen kontrollierte. Der Reichtum floss in eine Architektur, die orientalische, griechische und römische Einflüsse verschmilzt und direkt aus dem lebenden Fels gearbeitet ist. Das rötlich schimmernde Gestein gab Petra den Beinamen „rose-red city“ – die rosarote Stadt.
Die Nabatäer waren zudem meisterhafte Wasserbauer: Ein ausgeklügeltes System aus Kanälen, Zisternen und Dämmen versorgte die Wüstenstadt und schützte sie vor Sturzfluten. Genau dieses Wasser-Know-how machte eine große Stadt mitten in der Trockenzone erst möglich. Nach einem schweren Erdbeben und dem Niedergang der Handelsrouten geriet Petra in Vergessenheit und wurde erst 1812 vom Schweizer Reisenden Johann Ludwig Burckhardt für Europa wiederentdeckt.
Welche Höhepunkte darf man in Petra nicht verpassen?
Der klassische Weg beginnt am Besucherzentrum in Wadi Musa und führt zunächst durch die offene Ebene mit den ersten Grabmälern (Djinn-Blöcke, Obeliskengrab). Dann verengt sich der Weg zum Siq, einer bis zu 200 Meter tiefen, an manchen Stellen nur zwei Meter breiten Felsspalte. Nach rund 1,2 Kilometern öffnet sich der Blick auf das Schatzhaus (Al-Khazneh) – der ikonische Moment jeder Petra-Reise.
- Schatzhaus (Al-Khazneh): die berühmteste Fassade, vermutlich ein Königsgrab. Am frühen Morgen fällt das Licht am schönsten und die Schlucht ist noch leer.
- Straße der Fassaden & Theater: Reihe monumentaler Gräber und ein in den Fels gehauenes Theater für rund 8.000 Zuschauer.
- Königsgräber: Urnengrab, Seidengrab, Korinthisches Grab und Palastgrab an der östlichen Felswand, im Nachmittagslicht besonders farbintensiv.
- Kolonnadenstraße & Großer Tempel: das römisch geprägte Stadtzentrum im Talgrund.
- Kloster (Ad Deir): die größte Fassade Petras, erreichbar über rund 800 Felsstufen – der Aufstieg dauert etwa 45 Minuten und lohnt sich für jeden, der gut zu Fuß ist.
- Aussichtspunkt „High Place of Sacrifice“: eine nabatäische Opferstätte hoch über der Stadt mit Panoramablick.
Wie viel Zeit sollte man für Petra einplanen?
Ein Tag reicht für die Höhepunkte, wenn Sie zügig unterwegs sind: Siq, Schatzhaus, Theater, Königsgräber, Stadtzentrum und der Aufstieg zum Kloster ergeben eine Gehstrecke von leicht 12 bis 15 Kilometern. Wer die längeren Wanderwege gehen, in Ruhe fotografieren oder die Königsgräber im Nachmittagslicht erleben möchte, plant besser zwei Tage ein – dafür gibt es ein vergünstigtes Zwei- oder Drei-Tages-Ticket. Ein zweiter Tag öffnet auch anspruchsvollere Routen wie den Weg über Al-Khubtha zum berühmten Blick von oben auf das Schatzhaus.
Gut zu wissen: Petra ist kein Spaziergang. Es geht viel bergauf und bergab, meist ohne Schatten. Feste Schuhe, Kopfbedeckung und mindestens zwei Liter Wasser pro Person sind Pflicht. Wer nicht laufen kann, findet vor Ort Pferde, Esel und (für den Siq) Pferdekutschen – die Preise sollten Sie vorher aushandeln, und aus Tierschutzgründen ist Zurückhaltung geboten.
Was kostet der Eintritt – und lohnt sich der Jordan Pass?
Der Eintritt nach Petra ist vergleichsweise teuer: Ein Tagesticket kostet für Übernachtungsgäste 50 JOD (rund 65 Euro), Zwei-Tages-Tickets 55 JOD, Drei-Tages-Tickets 60 JOD. Wer nur als Tagesausflügler ohne Übernachtung in Jordanien kommt, zahlt deutlich mehr. Hier setzt der Jordan Pass an: Er enthält den Petra-Eintritt und erlässt zugleich die Visumgebühr – ab drei Nächten im Land rechnet er sich für fast alle Reisenden. Unser Ratgeber zu Visum und Jordan Pass rechnet die Varianten durch.
Wann ist die beste Zeit für einen Petra-Besuch?
Ideal sind Frühling (März bis Mai) und Herbst (September bis November) mit angenehmen Tagestemperaturen und klarer Luft. Im Hochsommer klettert das Thermometer im schattenlosen Talkessel oft über 35 Grad – dann sollten Sie früh am Morgen starten. Im Winter kann es empfindlich kühl werden und selten sogar regnen oder schneien; nach Starkregen wird der Siq wegen Sturzflutgefahr zeitweise gesperrt. Mehr dazu in unserem Überblick zur besten Reisezeit für Jordanien.
Ein besonderes Erlebnis ist „Petra by Night“: An mehreren Abenden pro Woche wird der Weg durch den Siq bis zum Schatzhaus mit tausenden Kerzen beleuchtet, begleitet von Beduinenmusik. Das Ticket ist gesondert zu lösen und kein Ersatz für den Tagesbesuch, aber eine stimmungsvolle Ergänzung.
Wie kommt man nach Petra?
Petra liegt im Süden des Landes; Ausgangsort ist das Städtchen Wadi Musa. Von Amman sind es rund 235 Kilometer über die moderne Wüstenautobahn (Desert Highway, etwa 3 Stunden) oder landschaftlich reizvoller über die historische Königsstraße (King’s Road) mit Zwischenstopps in Madaba, am Kerak und in der Dana-Region. Vom Roten Meer in Aqaba erreichen Sie Petra in rund zwei Stunden. Viele Reisende verbinden Petra mit dem Wadi Rum zu einer Süd-Kombination – beide liegen nur etwa 1,5 Autostunden auseinander. Am bequemsten fügt sich Petra in eine Jordanien-Rundreise ein.
Welche Wanderwege gibt es in Petra?
Neben dem Hauptweg lohnen sich mehrere Nebenrouten, die die meisten Tagesgäste auslassen – und die Petra erst in seiner ganzen Größe zeigen:
- Kloster (Ad Deir): rund 800 Stufen hinauf zur größten Fassade Petras, etwa 45 Minuten Aufstieg, oben ein Café mit Aussichtspunkten.
- Al-Khubtha Trail zum Schatzhaus-Blick: ein steiler Weg zu der berühmten Aussicht von oben auf das Schatzhaus – ein Höhepunkt für Fotografen, rund 2–3 Stunden hin und zurück.
- High Place of Sacrifice: eine nabatäische Opferstätte hoch über der Stadt, oft als Rundweg mit Abstieg durch das Wadi Farasa kombiniert.
- Petra über den Hintereingang (Little Petra/Al-Beidha): eine anspruchsvolle Tageswanderung, die auf dem Höhenweg endet und das Kloster von oben erreicht – nur mit Guide.
Für alle Höhenwege gilt: feste Schuhe, viel Wasser und ein früher Start, bevor die Mittagshitze einsetzt. Wer wenig Zeit hat, priorisiert das Kloster; wer zwei Tage bleibt, nimmt am zweiten Tag die Al-Khubtha-Route.
Wer waren die Nabatäer?
Die Nabatäer waren ein arabisches Händlervolk, das ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. den Fernhandel mit Weihrauch, Myrrhe und Gewürzen zwischen Südarabien und dem Mittelmeer kontrollierte. Petra lag an einer Schlüsselstelle dieser Karawanenrouten. Ihr Reichtum und ihr außergewöhnliches Wissen über Wassermanagement – Kanäle, Zisternen und Dämme, die Sturzfluten bändigten – ermöglichten eine blühende Stadt mitten in der Trockenzone. 106 n. Chr. wurde das Nabatäerreich römische Provinz; mit der Verlagerung der Handelswege und einem schweren Erdbeben 363 n. Chr. verlor Petra an Bedeutung. Dieses historische Wissen macht den Rundgang greifbarer – mehr dazu in unserem Bereich Geschichte und im Zusammenhang der weiteren Höhepunkte.
Ist Petra für Kinder und ältere Reisende geeignet?
Der Hauptweg vom Eingang durch den Siq bis zum Schatzhaus ist eben und gut begehbar – auch mit Kindern oder eingeschränkter Mobilität machbar. Anstrengend werden erst die Aufstiege (Kloster, High Place). Für den Siq gibt es Pferdekutschen, im Talgrund Reittiere; aus Tierschutzgründen ist hier jedoch Zurückhaltung angebracht, und die Preise sollten vorab vereinbart werden. Familien planen genügend Pausen und Wasser ein; die Weite und die Reittiere machen Petra für viele Kinder trotzdem zum Abenteuer.
Häufige Fragen zu Petra
Reicht ein Tag für Petra?
Für die Höhepunkte ja, wenn Sie früh starten und gut zu Fuß sind. Sie legen dabei leicht 12–15 Kilometer zurück. Wer die längeren Wanderungen (Kloster, Al-Khubtha, High Place of Sacrifice) in Ruhe gehen will, plant besser zwei Tage ein – das Kombiticket macht den zweiten Tag günstig.
Was kostet der Eintritt nach Petra?
Ein Tagesticket kostet für Übernachtungsgäste 50 JOD (rund 65 Euro), zwei Tage 55 JOD, drei Tage 60 JOD. Tagesausflügler ohne Übernachtung in Jordanien zahlen deutlich mehr. Der Jordan Pass enthält den Eintritt und erlässt zusätzlich die Visumgebühr.
Ist Petra anstrengend?
Es ist viel Gehen über unebenes Gelände mit Höhenunterschieden und wenig Schatten. Mit festem Schuhwerk, Sonnenschutz und ausreichend Wasser ist der Hauptweg für die meisten machbar. Für den Aufstieg zum Kloster brauchen Sie etwas Kondition; alternativ helfen Reittiere.
Was ist „Petra by Night“?
An mehreren Abenden pro Woche wird der Weg durch den Siq bis zum Schatzhaus mit Kerzen beleuchtet, begleitet von Musik. Es ist ein Zusatzerlebnis mit eigenem Ticket und ersetzt nicht den Tagesbesuch.