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Jordanische Rezepte: Mansaf, Maqluba & Mezze

Die jordanische Küche ist herzhaft, aromatisch und gastfreundlich: Nationalgericht ist Mansaf – Lammfleisch in fermentierter Trockenjoghurt-Soße auf Reis und Fladenbrot. Dazu kommen Maqluba, reichhaltige Mezze mit Hummus und Falafel sowie süße Kunafa. Dieser Ratgeber stellt die wichtigsten Gerichte vor und liefert alltagstaugliche Rezepte zum Nachkochen.

Traditionelles jordanisches Mansaf mit Lamm auf Reis und Fladenbrot, dazu Mezze-Schälchen
Mansaf, das Nationalgericht Jordaniens: Lamm in Jameed-Joghurtsoße auf Reis und Fladenbrot.

Wer Jordanien bereist, isst sich durch eine der gastfreundlichsten Küchen des Nahen Ostens. Sie teilt viele Wurzeln mit der levantinischen und beduinischen Tradition, hat aber eigene Klassiker. Dieser Ratgeber erklärt die bekanntesten Gerichte, gibt praktische Nachkoch-Rezepte für die heimische Küche und ordnet ein, was Sie auf einer Reise unbedingt probieren sollten. Den kulturellen Hintergrund vertieft unsere Seite zu Kultur & Küche.

Was ist das Nationalgericht Mansaf?

Mansaf ist mehr als ein Gericht – es ist ein Symbol jordanischer Gastfreundschaft. Zu festlichen Anlässen wird es traditionell auf einer großen gemeinsamen Platte serviert und mit der rechten Hand gegessen. Die Basis ist Jameed, ein steinhart getrockneter, fermentierter Schaf- oder Ziegenjoghurt, der in Wasser aufgelöst eine kräftig-säuerliche Soße ergibt. Darin gart Lammfleisch butterzart, das anschließend auf einer Schicht dünnem Fladenbrot (Shrak) und Reis angerichtet und mit gerösteten Mandeln und Pinienkernen bestreut wird.

Einfaches Mansaf für zu Hause (4 Personen): 800 g Lammschulter in großen Stücken mit einer Zwiebel, Lorbeer, Kardamom und Zimtstange rund 1,5 Stunden weich kochen. 500 g Jameed (oder ersatzweise Naturjoghurt mit einem Schuss Zitronensaft und etwas Salz) glattrühren, langsam erhitzen und dabei stetig rühren, damit die Soße nicht gerinnt. Das Fleisch in die Soße geben und ziehen lassen. Basmatireis separat garen. Zum Servieren Fladenbrot auslegen, Reis darauf verteilen, Fleisch und reichlich Soße darübergeben, mit gerösteten Mandeln und Pinienkernen sowie frischer Petersilie garnieren.

Was ist Maqluba – der „umgedrehte Topf“?

Maqluba bedeutet wörtlich „umgekehrt“ und ist eines der geselligsten Gerichte der Region. In einem Topf werden Fleisch (Huhn oder Lamm), gebratenes Gemüse wie Auberginen, Blumenkohl und Kartoffeln sowie gewürzter Reis geschichtet und gemeinsam gegart. Der große Effekt kommt zum Schluss: Der Topf wird auf eine Platte gestürzt, sodass die Schichten wie eine Torte stehen bleiben – ein Moment, der am Tisch immer für Beifall sorgt. Gewürzt wird mit Kreuzkümmel, Kurkuma, Zimt und Piment; dazu gibt es Joghurt und einen frischen Salat.

Welche Mezze gehören dazu?

Kein jordanisches Essen ohne Mezze – eine Auswahl kleiner warmer und kalter Vorspeisen, die man teilt. Die Klassiker lassen sich leicht selbst zubereiten:

  • Hummus: pürierte Kichererbsen mit Tahini, Zitrone, Knoblauch und Olivenöl.
  • Mutabbal (Baba Ghanoush): cremiges Püree aus gegrillten Auberginen mit Tahini.
  • Falafel: frittierte Bällchen aus Kichererbsen und Kräutern – zum Frühstück oder als Snack.
  • Tabbouleh: Petersiliensalat mit Bulgur, Tomate, Minze und Zitrone.
  • Fattoush: knackiger Salat mit geröstetem Fladenbrot und Sumach.
  • Warak Enab: mit Reis gefüllte Weinblätter.

Schnelles Hummus (als Beispiel): 1 Dose Kichererbsen (abgespült) mit 3 EL Tahini, dem Saft einer Zitrone, 1 Knoblauchzehe, etwas Kreuzkümmel, Salz und 3–4 EL Wasser fein pürieren. Mit Olivenöl, Paprikapulver und ganzen Kichererbsen anrichten. Dazu warmes Fladenbrot – fertig ist die Basis jeder Mezze-Tafel.

Was ist Zarb – das Beduinen-Barbecue?

In den Wüstencamps des Wadi Rum erwartet Sie eine besondere Zubereitungsart: Zarb. Dabei werden mariniertes Fleisch und Gemüse in einem mit Glut befeuerten Erdofen unter dem Sand mehrere Stunden lang gegart. Das Ergebnis ist unglaublich zart und rauchig-aromatisch. Das feierliche Ausgraben des Ofens am Abend gehört zu den schönsten Erlebnissen einer Wüstennacht – ein Grund mehr, in einem der Wüstencamps zu übernachten.

Gastfreundschaft verstehen In Jordanien ist Essen ein Ausdruck von Herzlichkeit. Wird Ihnen Kaffee oder Tee angeboten, gilt Annehmen als höflich. Und wer zum Mansaf eingeladen wird, sollte ordentlich zulangen – ein leerer Teller ehrt den Gastgeber mehr als jedes Kompliment.

Welche Süßspeisen und Getränke sollte man probieren?

Die Krönung jeder Mahlzeit sind die Süßspeisen. Allen voran Kunafa: eine warme Mehlspeise aus feinen Teigfäden oder Grieß über geschmolzenem Weichkäse, überzogen mit Zuckersirup und Pistazien – besonders berühmt in der Variante aus Nablus. Dazu kommen Baklava aus Blätterteig, Nüssen und Sirup sowie zu Feiertagen gefüllte Grießgebäcke.

Getrunken wird vor allem arabischer Kaffee (Qahwa), oft mit Kardamom gewürzt und in kleinen Schälchen serviert, sowie stark gesüßter Minztee (Shai bi Na’na). Auch Salbeitee ist beliebt. Alkohol ist in Hotels, Restaurants und im lokalen Wein- und Bierangebot erhältlich, spielt im Alltag aber eine untergeordnete Rolle.

Wie sieht ein typisches jordanisches Frühstück aus?

Das Frühstück ist herzhaft und macht satt für einen langen Reisetag. Klassiker ist Ful Medames – ein warmer Eintopf aus gekochten Saubohnen mit Olivenöl, Zitrone, Knoblauch und Kreuzkümmel, den man mit Fladenbrot auftunkt. Dazu kommen Labneh (cremiger, abgetropfter Joghurt) mit Olivenöl und der Kräutermischung Za’atar, dazu Oliven, Tomaten, Gurken, Spiegel- oder Rühreier, Weißkäse und frisches Brot. Wer es süß mag, bekommt Honig, Marmelade oder Datteln. Begleitet wird das Ganze von süßem Tee oder Kaffee. Dieses ausgiebige Frühstück ist in vielen Hotels und Gästehäusern inklusive und ein guter Start, bevor man früh nach Petra oder ins Wadi Rum aufbricht.

Welche Straßensnacks sollte man probieren?

Die Imbisskultur Jordaniens ist köstlich und günstig. Ganz oben steht die Shawarma: dünn geschnittenes Fleisch vom Drehspieß, im Fladenbrot mit Soße und Gemüse gerollt. Falafel gibt es an fast jeder Ecke, frisch frittiert und im Brot serviert. Beliebt ist auch Ka’ak, ein längliches Sesamgebäck, das oft mit Za’atar zum Eintunken verkauft wird. An heißen Tagen locken Stände mit frisch gepressten Säften aus Granatapfel, Orange oder Zuckerrohr. Und wer eine Nascherei sucht, folgt einfach dem Duft frischer Kunafa, die in vielen Konditoreien warm über die Theke geht. Diese kleinen Genüsse sind ein wunderbarer Weg, den Alltag des Landes zu schmecken.

Ist die jordanische Küche für Vegetarier geeignet?

Sehr gut sogar. Zwar sind Fleischgerichte wie Mansaf zentral, doch ein großer Teil der Mezze ist von Natur aus vegetarisch oder vegan: Hummus, Mutabbal, Falafel, Tabbouleh, Fattoush, gefüllte Weinblätter, gebackenes Gemüse und Linsengerichte wie Mujaddara (Linsen mit Reis und gerösteten Zwiebeln). Wer auf Fleisch verzichtet, isst in Jordanien abwechslungsreich und satt – oft reicht schon eine Auswahl an Mezze für eine komplette Mahlzeit. Auch veganes Essen ist mit Hummus, Falafel, gebackenem Gemüse und Salaten gut möglich; fragen Sie im Zweifel nach, ob Joghurt oder Butterschmalz verwendet wurde. In größeren Städten wie Amman gibt es zudem eine wachsende Zahl moderner Restaurants mit ausdrücklich vegetarischen und veganen Karten.

Wie kocht man jordanisch zu Hause nach?

Mit wenigen Grundzutaten kommen Sie weit: Tahini, Kichererbsen, Bulgur, Basmatireis, Zitronen, Olivenöl, frische Petersilie und Minze sowie die typischen Gewürze Kreuzkümmel, Sumach, Zimt, Kardamom und die Mischung Baharat. Fladenbrot und Joghurt runden fast jedes Gericht ab. Für ein authentisches Mansaf lohnt der Griff zu echtem Jameed, den es in orientalischen Läden gibt; als Ersatz funktioniert gesäuerter Naturjoghurt. So holen Sie sich den Geschmack Ihrer Reise nach Hause – und stimmen sich schon vor dem Abflug auf das Land ein. Praktische Reisehinweise finden Sie unter Reiseplanung.

Häufige Fragen zur jordanischen Küche

Was ist das Nationalgericht Jordaniens?

Mansaf – zartes Lammfleisch in einer Soße aus fermentiertem Trockenjoghurt (Jameed), serviert auf Reis und dünnem Fladenbrot, garniert mit gerösteten Nüssen. Es wird zu festlichen Anlässen traditionell gemeinsam von einer großen Platte gegessen.

Was ist Jameed?

Jameed ist steinhart getrockneter, fermentierter Schaf- oder Ziegenjoghurt. In Wasser aufgelöst ergibt er die charakteristisch säuerliche Soße des Mansaf. In orientalischen Läden ist er erhältlich; ersatzweise nimmt man gesäuerten Naturjoghurt.

Kann man in Jordanien gut vegetarisch essen?

Ja. Viele Mezze wie Hummus, Falafel, Mutabbal, Tabbouleh und gefüllte Weinblätter sind vegetarisch oder vegan. Auch Linsengerichte wie Mujaddara sind verbreitet. Eine Auswahl an Mezze ergibt bereits eine vollständige Mahlzeit.

Was ist Kunafa?

Kunafa ist eine warme Süßspeise aus feinen Teigfäden oder Grieß über geschmolzenem Weichkäse, getränkt in Zuckersirup und bestreut mit Pistazien. Besonders berühmt ist die Variante aus Nablus – ein Muss für alle, die Süßes mögen.

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