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Dibeen-Wald: Aleppokiefern bei Jerash

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Das Dibeen Forest Reserve liegt rund 50 Kilometer nördlich von Amman in der Nähe von Jerash. Das Schutzgebiet der Royal Society for the Conservation of Nature wurde 2004 eingerichtet, um einen der trockensten natürlichen Aleppokiefernwälder der Welt zu bewahren. Es eignet sich für Spaziergänge, Wanderungen und Picknicks, besonders im Frühling.

Aleppokiefernwald im Dibeen Forest Reserve in Nordjordanien

Wer Jordanien nur mit Wüste und Felsen verbindet, wird von Dibeen überrascht: Auf den Kalkhöhen nördlich von Amman wachsen dichte Kiefern, darunter Eichen und im Frühjahr Wiesen voller Blumen. Die Luft riecht nach Harz, im Sommer ist es hier spürbar kühler als in den Städten, und an klaren Tagen reicht der Blick weit über die Hügel.

Die folgenden Abschnitte erklären, was das Gebiet auszeichnet, wie Sie hinkommen, was Sie dort tun können und warum das Reservat gerade in Trockenjahren auf Rücksicht angewiesen ist. Öffnungszeiten, Eintritt und Wegzustand ändern sich, deshalb finden Sie hier keine festen Zahlen dazu.

Was ist das Dibeen Forest Reserve?

Dibeen ist ein Waldschutzgebiet im Gouvernement Jerash. Es wurde 2004 von der RSCN, Jordaniens Naturschutzgesellschaft, ausgewiesen und gilt als kleinstes ihrer Reservate. Die Größe wird mit rund 8,5 Quadratkilometern angegeben, andere Quellen nennen für den gesamten Waldkomplex deutlich mehr. Das Ziel war, die Aleppokiefern zu schützen, die hier auf Höhen von etwa 700 bis 900 Metern wachsen.

Besonders ist die Lage: Dibeen liegt am trockenen Rand des natürlichen Verbreitungsgebiets der Aleppokiefer. Die jährliche Regenmenge wird mit rund 400 Millimetern angegeben. Das macht den Bestand empfindlich gegenüber Dürre, Feuer und Übernutzung. Das Gebiet beherbergt außerdem seltene Pflanzen und Tiere; eine Quelle nennt mindestens 17 gefährdete Arten.

Welche Bäume und Pflanzen prägen den Wald?

An den tieferen Hängen wachsen vor allem Aleppokiefern, in höheren Lagen mischen sich Eichen unter die Nadelbäume. Unter den Bäumen finden sich Sträucher, Kräuter und Zwiebelpflanzen. Das Alter der Bäume wird in Pressemeldungen mit durchschnittlich rund 130 Jahren angegeben, andere Quellen sprechen von Exemplaren über hundert Jahren. Genaue Zahlen sind schwer zu prüfen.

Im Frühling, etwa im März und April, verwandeln sich die Lichtungen in Blumenwiesen. Beschrieben werden rote Anemonen, die die Wiesen unter den Kiefern bedecken, und mehrere seltene Orchideen. In schneereichen Wintern können die Höhenzüge sogar kurz weiß überzogen sein. Wer die Pflanzen fotografieren will, bleibt auf den Wegen und tritt keine Blüten nieder.

Wie komme ich zum Dibeen-Wald?

Von Amman fahren Sie etwa eine Stunde in Richtung Jerash. Das Reservat liegt rund 15 Kilometer südwestlich der römischen Stadt, die Sie auf der Seite zu Jerash beschrieben finden. Die Zufahrten führen über kleinere Straßen. Mit dem Mietwagen sind sie gut zu bewältigen, öffentliche Verkehrsmittel eignen sich nur eingeschränkt, weil Anschlussverbindungen in dieser Gegend selten sind. Taxifahrer ab Amman oder Jerash fahren Sie gegen Vereinbarung hin und warten.

Planen Sie genug Zeit für die Rückfahrt ein, besonders im Winter. Die Hochfläche kann neblig sein, und die Straßen sind nicht überall beleuchtet. Informationen zu Mietwagen und Straßenverhältnissen finden Sie auf der Seite zum Mietwagen in Jordanien.

Welche Wanderungen und Aktivitäten sind möglich?

Das Reservat ist kein Nationalpark mit dichtem Wegenetz. Beschrieben werden einige kurze, markierte, aber nicht kartierte Pfade, viele davon Fahrspuren oder steinige Wege. Beliebt ist eine Rundwanderung ab dem Marienkloster, deren Beschreibung bei einem Wanderportal als gut ausgebaut und klar bezeichnet wird. Verlassen Sie sich bei Wegen trotzdem nicht allein auf Online-Routen, sondern holen Sie vor Ort Informationen ein, am besten bei den Mitarbeitern der Naturschutzgesellschaft.

  • Spazieren und Wandern: Kurze Runden von einer bis drei Stunden sind realistisch. Feste Schuhe, Wasser und Sonnenschutz gehören dazu.
  • Vogelbeobachtung und Botanik: Im Frühling bieten die Wiesen die meisten Entdeckungen. Ein kleines Fernglas lohnt sich.
  • Picknick: Der Wald ist bei Familien beliebt, besonders freitags. Nehmen Sie allen Abfall wieder mit.
  • Fotografie: Weiches Licht gibt es am frühen Morgen und am späten Nachmittag.

Radfahren oder Zelten sind nur dort erlaubt, wo es das Reservat ausdrücklich vorsieht. Fragen Sie vor Ort nach.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?

Am schönsten ist der Wald im Frühling, wenn die Wiesen blühen, und im Herbst, wenn das Licht weich ist und die Hitze nachlässt. Im Sommer ist die Hochfläche zwar kühler als das Jordantal, kann aber trocken und staubig sein. Im Winter fällt reichlich Regen, einzelne Wege werden rutschig, gelegentlich liegt Schnee. Die Jahreszeiten im Überblick finden Sie in der Reisezeit-Übersicht für das ganze Land.

Meiden Sie die Wochenenden, wenn Sie Ruhe suchen. Freitags und an Feiertagen füllen sich die Picknickplätze, und die Stimmung ist eher die eines Ausflugsziels als eines Naturerlebnisses. An Werktagen ist es deutlich ruhiger.

Warum sind Feuer und Brandschutz hier so wichtig?

Der Kiefernwald ist trocken und brennt leicht. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Brände. Besonders gut dokumentiert ist das Jahr 2014, als nach Berichten vier größere und zahlreiche kleine Feuer ausbrachen und mehrere tausend Bäume verloren gingen. Die Ursachen waren nach offiziellen Angaben vermutlich menschengemacht, teils durch Unachtsamkeit, teils durch Brandstiftung. Seitdem rehabilitiert die RSCN betroffene Flächen: 2022 wurden rund 100 Dunum Brandfläche wiederhergestellt. Ein neuerer Bericht erwähnt einen Brandschutzplan, der in einem Jahr ohne gemeldete Feuer umgesetzt worden sei. Das genaue Datum ist nicht sicher.

Für Sie bedeutet das: offene Feuer, Grill und Zigaretten gehören nicht in den Wald. Grillen Sie nur an ausgewiesenen Stellen, falls es sie gibt, und löschen Sie alles vollständig. Glas und Müll gehören nicht in die Landschaft. Ein Funke kann in einem Trockensommer Jahrzehnte des Wachstums zerstören.

Welche Rolle spielt die Naturschutzgesellschaft?

Die Royal Society for the Conservation of Nature, kurz RSCN, verwaltet in Jordanien mehrere Schutzgebiete und verbindet Naturschutz mit Einkommen für die umliegenden Gemeinden. Dibeen ist dafür ein typisches Beispiel: Das Reservat soll den Wald erhalten, Besucher lenken und der Bevölkerung vor Ort Arbeit bieten. Berichte sprechen von Projekten, die den Ökotourismus rund um das Reservat stärken sollen. Was davon aktuell für Besucher angeboten wird, wechselt, informieren Sie sich also vorab.

Der Wald ist auch deshalb wichtig, weil er in einer Region liegt, in der natürliche Bäume selten sind. Nur ein kleiner Teil der Landesfläche Jordaniens ist bewaldet, und die meisten Wälder liegen im Norden. Sie halten Boden fest, speichern Wasser und bieten Lebensraum für Tiere. Wer hier wandert, bewegt sich also in einem der besonders empfindlichen Naturräume des Landes. Ein respektvoller Umgang mit Pflanzen, Boden und Müll ist keine Nebensache.

Was gibt es an Tieren zu sehen?

Die Tierwelt zeigt sich Besuchern meist dezent. Vögel, Insekten und Reptilien sind am ehesten zu sehen, größere Säugetiere dagegen scheu und überwiegend nachts aktiv. Die Angabe von mindestens 17 gefährdeten Arten im Gebiet stammt aus einer Zusammenstellung; welche Arten das im Einzelnen sind, hängt von der Zählung ab. Rechnen Sie nicht damit, bestimmte Tiere zu sehen, und halten Sie Abstand, falls Sie doch eines entdecken.

Wer Vögel beobachten möchte, geht früh am Morgen und bleibt still. Frühling und Herbst sind aussichtsreiche Zeiten, weil dann Zugvögel durch das Jordantal und über die Höhen ziehen. Ein Bestimmungsbuch oder eine App erleichtert das Zuordnen, auch wenn der Empfang im Wald schwankt.

Wie lässt sich der Besuch mit Jerash und Ajloun verbinden?

Dibeen liegt zwischen Amman und dem Norden und lässt sich gut in eine Tagestour einbauen. Eine mögliche Route: Vormittags Wanderung oder Spaziergang im Wald, mittags Essen in Jerash, nachmittags die römische Stadt. Alternativ fahren Sie von Dibeen weiter nach Norden zum Schloss Ajloun und zum benachbarten Waldreservat, das eine eigene Seite zum Ajloun-Waldreservat beschreibt.

Mit einem Auto mit Fahrer sind Sie flexibel. Wer selbst fährt, sollte die Strecken gründlich planen, weil Beschilderungen in dieser Gegend spärlich sind. Dibeen eignet sich auch als Zwischenstopp für Familien, die Jerash kindgerecht gestalten wollen: Nach der Besichtigung bleibt Platz zum Laufen.

Welche praktischen Hinweise sollte ich beachten?

  • Informieren Sie sich vor dem Besuch über Öffnung und Eintritt. Das offizielle Tourismusportal führt das Reservat als mit dem Jordan Pass zugänglich auf; ob das aktuell gilt, sollten Sie prüfen.
  • Nehmen Sie ausreichend Wasser mit. Es gibt keine durchgehende Versorgung.
  • Bleiben Sie auf Wegen, vermeiden Sie das Pflücken von Pflanzen und halten Sie Abstand zu Tieren.
  • Hunde sind nicht überall willkommen. Fragen Sie nach.
  • Prüfen Sie das Wetter. Bei Regen sind Lehmwege rutschig, bei starkem Wind gibt es Astbruch.

Das Handynetz ist im Wald nicht überall stabil. Laden Sie Karten vorher herunter und informieren Sie jemanden über Ihre Route, wenn Sie länger unterwegs sind.

Sicher unterwegs Dibeen liegt im Norden des Landes, deutlich südlich des syrischen Grenzgebiets, aber im selben Landesteil, für den besondere Vorsicht gilt. Das Auswärtige Amt rät (Stand Oktober 2026) dringend ab von Reisen in das syrisch-jordanische Grenzgebiet, den Nordosten und die Grenzregion zum Irak; von nicht notwendigen Reisen in die übrigen Landesteile wird abgeraten. Bleiben Sie auf bekannten Straßen, fahren Sie nicht bei Dunkelheit über Land und beachten Sie die aktuelle Sicherheitslage.

Häufige Fragen zum Dibeen-Wald

Wo liegt das Dibeen Forest Reserve?

Im Norden Jordaniens im Gouvernement Jerash, rund 50 Kilometer nördlich von Amman und etwa 15 Kilometer südwestlich der Stadt Jerash. Von Amman fahren Sie ungefähr eine Stunde.

Wie lange sollte ich für den Besuch einplanen?

Für einen Spaziergang genügt eine Stunde, für eine Wanderung mit Picknick planen Sie einen halben Tag. In Kombination mit Jerash wird daraus ein Tagesausflug ab Amman.

Wann blüht der Wald?

Die schönste Zeit ist der Frühling, etwa März und April. Dann blühen Wiesen unter den Kiefern, darunter rote Anemonen und seltene Orchideen. Der Zeitpunkt hängt vom Winterregen ab.

Darf ich im Wald grillen?

Wegen der Brandgefahr ist offenes Feuer in Trockenzeiten ein großes Risiko. Fragen Sie beim Reservat nach, ob und wo Feuerstellen erlaubt sind, und nehmen Sie keine Glut mit.

Dibeen zeigt eine ungewohnte Seite Jordaniens. Weitere Naturziele des Landes stellt der Bereich Aktiv und Natur vor.