Das Dana-Biosphärenreservat ist das größte Naturschutzgebiet Jordaniens: über 300 Quadratkilometer, die von 1.500 Meter hohen Bergen bis in die Wüste des Wadi Araba abfallen. Vier Klimazonen, mehr als 800 Pflanzen- und über 200 Vogelarten und das steinerne Bergdorf Dana machen es zum Paradies für Wanderer und Naturliebhaber – ein ruhiger Kontrast zu Petra.
Wer Jordanien nur als Wüsten- und Antikenland kennt, staunt in Dana: Hier reihen sich Wacholderwälder, farbige Sandsteinschluchten und kahle Wüstenhänge auf engstem Raum. Das 1989 gegründete Reservat wird von der Royal Society for the Conservation of Nature betreut und verbindet Naturschutz mit sanftem Tourismus, der den Dörfern zugutekommt. Für viele ist Dana der schönste Naturstopp einer Jordanien-Rundreise – und der ideale Auftakt für die berühmte Wanderung nach Petra.

Was macht Dana so besonders?
Die außergewöhnliche Vielfalt. Weil das Reservat über 1.400 Höhenmeter von den Bergen bis ins Wadi Araba reicht, treffen hier vier biogeografische Zonen aufeinander: mediterran, irano-turanisch, saharo-arabisch und sudanesisch. Diese Bandbreite bringt eine Artenfülle hervor, die in Jordanien einzigartig ist – darunter seltene Tiere wie der Wüstenluchs (Karakal), der Steinbock und der Blassspötter. Dana ist damit weniger eine einzelne Sehenswürdigkeit als ein ganzes Ökosystem zum Durchwandern.
Welche Wanderungen gibt es in Dana?
Vom Bergdorf aus starten Wege für jedes Niveau:
- Dana Village Trail: ein leichter Rundweg um das Dorf mit Blick ins Wadi, ideal für einen ersten Eindruck (1–2 Stunden, ohne Guide möglich).
- Wadi Dana Trail: der Klassiker – rund 14 Kilometer bergab durch die große Schlucht bis zum Feynan Ecolodge, etwa fünf bis sechs Stunden, landschaftlich grandios.
- Rummana Campground Trail: mittelschwere Wanderung zu Aussichtspunkten über das Wadi, gut für Vogelbeobachtung.
- White Dome Trail: abwechslungsreiche Tour durch helle Felsformationen.
Für die längeren Wege ist ein Guide vorgeschrieben oder klar empfohlen; die Reservatsverwaltung im Dorf vermittelt ortskundige Führer.
Kann man von Dana nach Petra wandern?
Ja – und das ist eine der spektakulärsten Mehrtageswanderungen der Welt. Die Sektion Dana–Petra des Jordan Trail führt in vier bis fünf Tagen durch immer wildere Sandsteinlandschaften und erreicht Petra über den Höhenweg von oben. Man übernachtet in Beduinencamps und braucht Kondition, Trittsicherheit und einen lokalen Guide. Wer nur einen Vorgeschmack möchte, geht die erste Tagesetappe und kehrt um oder lässt sich abholen.
Wo übernachtet man im Reservat?
Die schönsten Adressen liegen direkt am oder im Reservat. Im alten Dorf Dana gibt es Gästehäuser mit Blick ins Wadi, betrieben teils von der Reservatsverwaltung. Tief unten im Tal, nur zu Fuß oder per Shuttle erreichbar, liegt die preisgekrönte Feynan Ecolodge – ausschließlich mit Kerzen beleuchtet, solarbetrieben und von den Beduinen der Region mitgetragen. Eine Nacht dort, fernab jeder Straße, ist ein Erlebnis für sich. Weitere Unterkunftstipps für die Umgebung finden Sie unter Hotels.
Ist Dana für Vogelbeobachter interessant?
Sehr. Über 200 Vogelarten wurden im Reservat nachgewiesen, darunter Greifvögel, der seltene Wüstengimpel und der endemische Blassspötter. Besonders im Frühjahr, wenn Zugvögel die Region überqueren, lohnen sich frühe Morgenstunden am Rummana-Aussichtspunkt. Fernglas nicht vergessen. Auch die Flora ist ein Ereignis: Nach den Winterregen überzieht ein kurzer, intensiver Blütenteppich die sonst kargen Hänge – Informationen zur Tierwelt des Landes bündelt unser Bereich Fauna.
Wie erreicht man Dana?
Dana liegt direkt an der Königsstraße zwischen Kerak und Petra, rund drei Fahrstunden südlich von Amman und etwa eineinhalb Stunden nördlich von Petra. Mit dem Mietwagen ist es ein natürlicher Zwischenstopp auf der Nord-Süd-Route. Öffentliche Verbindungen sind spärlich; wer ohne eigenes Fahrzeug reist, organisiert einen Transfer oder bucht Dana als Teil einer geführten Tour. Fahrtdetails stehen im Bereich Reiseplanung.
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?
Frühling (März bis Mai) ist die schönste Zeit: mildes Wanderwetter, blühende Hänge und aktive Tierwelt. Der Herbst (September bis November) bietet ebenfalls angenehme Temperaturen und klare Sicht. Im Hochsommer ist das obere Reservat noch erträglich, das tiefe Wadi Araba jedoch sehr heiß – dann wandert man nur früh morgens. Im Winter kann es im Bergdorf kühl und regnerisch werden, mit Sturzflutgefahr in den Schluchten. Der Rahmen steht im Überblick zur besten Reisezeit.
Was sollte man mitnehmen und beachten?
Feste Wanderschuhe, Sonnenschutz, Kopfbedeckung und mindestens zwei Liter Wasser pro Person sind Pflicht, denn Schatten ist selten. Nehmen Sie Bargeld für Eintritt, Guide und das Dorfcafé mit. Respektieren Sie als Gast des Reservats die Regeln: auf den Wegen bleiben, keinen Müll hinterlassen, Pflanzen und Tiere nicht stören. So bleibt Dana das, was es ist – ein Vorzeigeprojekt für naturverträglichen Tourismus in Jordanien.
Welche Tiere kann man in Dana beobachten?
Dana ist eines der letzten Rückzugsgebiete für Arten, die anderswo in Jordanien selten geworden sind. In den Bergzonen leben Nubische Steinböcke und der scheue Wüstenluchs (Karakal), in den tieferen Lagen Streifenhyänen, Füchse, Stachelschweine und Sandkatzen. Für Vogelfreunde ist das Reservat ein Hotspot: Neben Greifvögeln wie dem Steinadler brütet hier der seltene Blassspötter, und im Frühjahr rasten tausende Zugvögel. Reptilien und eine reiche Insektenwelt runden das Bild ab. Die Reservatsverwaltung bittet Besucher, Tiere nicht zu füttern und Abstand zu halten – so bleibt Dana ein funktionierendes Ökosystem. Einen Überblick zur Tierwelt des Landes gibt der Bereich Fauna.
Was ist die Feynan Ecolodge?
Tief unten im Wadi Araba, nur zu Fuß, mit dem Shuttle oder per Kamel erreichbar, liegt die Feynan Ecolodge – eine der bekanntesten Ökolodges des Nahen Ostens. Sie wird solar betrieben, abends ausschließlich mit Kerzen beleuchtet und eng mit den lokalen Beduinen der Region betrieben, die als Fahrer, Guides und Gastgeber eingebunden sind. Gäste erleben Sternenhimmel ohne Lichtverschmutzung, beduinischen Tee auf dem Dach und Wanderungen zu Kupferminen aus der Bronzezeit. Die Lodge zeigt beispielhaft, wie Tourismus Naturschutz und lokale Wertschöpfung verbinden kann – ein Konzept, das gut zur Beduinenkultur der Umgebung passt.
Was kostet ein Dana-Besuch?
Für das Reservat wird eine moderate Eintritts- bzw. Naturschutzgebühr erhoben, die direkt dem Erhalt zugutekommt; Guides für die längeren Wanderungen werden separat und fair bezahlt. Übernachtungen reichen vom einfachen Gästehaus im Dorf bis zur gehobenen Ecolodge im Tal – entsprechend breit ist die Preisspanne. Wer mit knappem Budget reist, übernachtet im Dorf und wandert selbstständig den kurzen Rundweg; wer sich etwas gönnt, bucht eine Nacht in Feynan. Bargeld ist im Dorf wichtig, da Kartenzahlung nicht überall möglich ist. Die allgemeinen Reisekosten ordnet unser Ratgeber Kosten & Budget ein.
Wie verbindet man Dana mit Petra und dem Toten Meer?
Dana liegt geografisch perfekt für eine Nord-Süd-Rundreise. Von Norden kommend erreicht man es über die Königsstraße nach einem Abstecher ans Tote Meer und zur Burg Kerak. Nach der Dana-Wanderung sind es nur rund anderthalb Autostunden weiter nach Petra – oder mehrere Tage zu Fuß auf dem Jordan Trail. Diese Nähe macht Dana zum idealen Naturkontrast zwischen dem Baden im Toten Meer und dem Kulturhöhepunkt Petra. In unserer 10-Tage-Rundreise ist genau diese Abfolge eingeplant, damit auf die Ruhe des Reservats das große Finale in der Felsenstadt folgt.
Häufige Fragen zum Dana-Reservat
Wie lange sollte man für Dana einplanen?
Für einen echten Eindruck mindestens eine Übernachtung mit einer Halb- oder Ganztageswanderung. Wer nur die Aussicht vom Dorf mitnehmen will, kommt mit einem kurzen Stopp aus, verpasst aber das Beste.
Ist der Eintritt im Jordan Pass enthalten?
Der Jordan Pass deckt viele Stätten ab; für das Dana-Reservat fällt in der Regel eine gesonderte, moderate Eintritts- bzw. Reservatsgebühr an, die dem Naturschutz zugutekommt. Guides werden separat bezahlt.
Kann man ohne Guide wandern?
Der kurze Dorfrundweg ist eigenständig machbar. Für die längeren Wege wie den Wadi-Dana-Trail und alle Mehrtagestouren ist ein lokaler Guide vorgeschrieben oder dringend empfohlen.
Eignet sich Dana für Familien?
Ja, mit der richtigen Wegwahl. Der Dorfrundweg und kurze Abschnitte sind auch mit Kindern machbar. Für die lange Wadi-Dana-Wanderung sollten Kinder wandererprobt sein; Hitze und Wasserbedarf immer einkalkulieren.