Reise planen
Home › Magazin › Madaba & Wadi Mujib: Jordaniens neue 3-Monats-Einreiseregel – was Wanderurlauber jetzt wissen müssen
Magazin

Madaba & Wadi Mujib: Jordaniens neue 3-Monats-Einreiseregel – was Wanderurlauber jetzt wissen müssen

Madaba & Wadi Mujib: Jordaniens neue 3-Monats-Einreiseregel – was Wanderurlauber jetzt wissen müssen

Seit Januar 2026 erhalten Reisende bei der Einreise nach Jordanien automatisch einen Aufenthaltstempel für drei Monate statt wie bisher für einen Monat – direkt an der Grenze, ohne zusätzlichen Behördengang. Gerade für Wanderurlauber, die die Region um Madaba, das Wadi Mujib und den Königsweg ausgiebig erkunden möchten, ist das eine handfeste Verbesserung. Dieser Beitrag erklärt, was sich konkret geändert hat, wie der Jordan Pass die Neuregelung ergänzt und warum Madaba der ideale Ausgangspunkt für mehrtägige Wandertouren ist.

Madaba & Wadi Mujib: Jordaniens neue 3-Monats-Einreiseregel – was Wanderurlauber jetzt wissen müssen

Was hat sich bei der Einreise nach Jordanien geändert?

Das ist die entscheidende Neuigkeit für alle, die 2026 nach Jordanien reisen: Jordanien verlängert den bei der Einreise gewährten Aufenthalt von einem auf drei Monate – ausländische Besucher erhalten den Drei-Monats-Stempel direkt an der Grenze in den Pass, der bisher nötige Gang zu einer örtlichen Sicherheitsbehörde entfällt. Ausgenommen sind Personen, die mit einem Arbeitsvisum einreisen. Mit der Neuregelung will das Innenministerium die Wirtschaft stärken: Der längere Aufenthalt soll Investoren anziehen sowie Tourismus und Medizintourismus fördern, indem Besucher mehr Zeit im Land haben.

Für Wanderurlauberinnen und Wanderurlauber bedeutet das: Wer bislang fürchtete, eine mehrtägige Trekkingrunde entlang des Königsweges von Madaba bis Dana würde unter Zeitdruck enden, kann jetzt erheblich entspannter planen. Drei Monate sind genug, um die gesamte Jordan-Trail-Strecke zu erwandern oder die Region um Madaba in aller Ruhe zu entdecken.

Jordan Pass 2026: Welche Variante lohnt sich für Wandernde?

Die Einreiseneuregelung ändert nichts an der Empfehlung, den Jordan Pass vorab zu kaufen – im Gegenteil, der Pass wird für Aktivurlauberinnen und -urlauber noch attraktiver. Der Jordan Pass „Wanderer“ kostet 70 JOD und enthält das Einreisevisum (40 JOD gespart) sowie einen Petra-Eintrittag (Einzelpreis 50 JOD für Ausländer). Wer zwei Petra-Tage plant, greift zum „Explorer“ für 75 JOD (ca. 100 €) mit zwei Petra-Tagen oder zum „Expert“ für 80 JOD (ca. 107 €) mit drei Petra-Tagen.

Für die Reiseplanung mit Jordan Pass gilt außerdem: Der Jordan Pass ist zwölf Monate ab dem genauen Kaufdatum gültig. Sobald der Barcode bei der ersten inkludierten Touristenattraktion gescannt wird, bleibt der Pass für genau 14 aufeinanderfolgende Tage aktiv. Das bedeutet: Wer den Pass früh kauft und mehrere Wochen in Jordanien wandert, aktiviert ihn am besten erst beim ersten offiziellen Sehenswürdigkeitsbesuch – so bleibt das volle Zeitfenster erhalten.

Was ist im Jordan Pass für Wandernde besonders relevant?

Ohne Jordan Pass kosten Visum (40 JOD) und ein Petra-Tagesticket (50 JOD) zusammen 90 JOD. Der Wanderer-Pass für 70 JOD beinhaltet beides – plus Eintritte für Jerash, Karak, Madaba, die Zitadelle und den Wadi-Mujib-Besucher-Eintritt sowie das Dana-Biosphärenreservat. Gerade auf Wanderreisen, die mehrere Stationen entlang des Königsweges verbinden, addiert sich die Ersparnis durch den Jordan Pass erheblich.

Wichtig: Sie müssen mindestens drei Nächte (vier Tage) im Land bleiben, um den Visum-Gebührenerlass des Jordan Pass zu erhalten. Bei kürzeren Aufenthalten entfällt der Visa-Bonus, der Eintritt zu den Sehenswürdigkeiten bleibt jedoch inkludiert.

Madaba als Wanderbasis: Mosaike, Berg Nebo und der Canyon

Madaba ist nicht nur ein Pflichtprogrammpunkt für Kulturinteressierte, sondern auch der logische Ausgangspunkt für alle, die den mittleren Teil Jordaniens erwandern möchten. Mit seinen vielen orthodoxen Kirchen ist Madaba ein Zentrum der Christenheit in Jordanien. Die Palästinakarte in der St.-Georgs-Kirche stammt aus dem sechsten Jahrhundert und zeigt nur eines der vielen bedeutenden Mosaike. Die Stadt liegt auf 730 Metern Höhe, bietet angenehme Temperaturen für Wanderungen und ist bequem als Tagesausflug von Amman erreichbar – rund eine Stunde südlich der Hauptstadt, mit Verbindung zum Toten Meer und Berg Nebo.

Auf Jordanien-Rundreisen mit Wanderanteil beginnt der klassische dritte oder vierte Tag in der Region oft so: Von Madaba führt die Route über Berg Nebo in Richtung Wadi Mujib und weiter zum Toten Meer. Diese Kombination verbindet biblische Geschichte, spektakuläre Aussichten und echtes Outdoor-Erlebnis an einem einzigen Tag.

Wadi Mujib: Jordaniens tiefster Canyon – Wandern auf Weltniveau

Das Wadi Mujib liegt in Zentraljordanien, nahe dem Toten Meer, etwa eine Stunde von Amman entfernt – und gehört damit auch zur Wanderregion rund um Madaba. Wadi Mujib gilt als Jordaniens bekanntestes Canyon-Abenteuer und als tiefstes Naturreservat der Welt – es bietet Wasserwanderungen, Wasserfälle und dramatische Landschaften. Die Adresse: Madaba Governorate.

Der populärste Weg ist der Siq Trail: Er gilt als mittelschwer, dauert zwei bis drei Stunden und führt durch knietiefes Wasser, über kleine Wasserfälle und erfordert den Einsatz von Seilen. Er ist der Hauptgrund, weshalb die meisten Besucherinnen und Besucher ins Wadi Mujib kommen. Die Wanderung ist abhängig vom Wasserstand und der Erlaubnis der Nationalparkbehörde, kann aber in der Regel von Mitte April bis Mitte Oktober stattfinden.

Wer lieber trocken bleibt, findet eine Alternative: Der Ibex Trail verläuft ebenfalls durch das Wadi Mujib, ist aber im Gegensatz zum Siq Trail nur mit einem Guide begehbar. Der Weg beginnt am Besucherzentrum und verläuft durch das Reservat mit Blick auf das Tote Meer. Dieser Weg wird als einfach eingestuft und ist eine gute Alternative für ungeübte Wanderer oder jene, die von vorherigen Wanderungen noch erschöpft sind.

Praktische Einreise-Checkliste für Wanderreisen nach Madaba

Die neue 3-Monats-Regelung vereinfacht die Planung, doch einige Punkte bleiben unverändert. Hier das Wichtigste im Überblick für eine Jordanien-Reise mit Wanderfokus:

  • Reisepass: Jordanien akzeptiert ausschließlich Reisepässe. Der Pass muss zum Zeitpunkt der Einreise mindestens sechs Monate gültig sein. Personalausweise werden nicht akzeptiert.
  • Jordan Pass kaufen: Damit die Visagebühren tatsächlich erlassen werden, muss der Jordan Pass vor Reiseantritt erworben und den Beamten am Flughafen vorgezeigt werden.
  • Mindestaufenthalt für Visum-Erlass: Um den Jordan Pass erwerben zu können und die Visa-Befreiung zu nutzen, muss man mindestens drei aufeinanderfolgende Nächte in Jordanien verweilen.
  • Neu seit Januar 2026: Seit Januar 2026 erhalten ausländische Besucher bei der Einreise grundsätzlich eine vorübergehende Aufenthaltsberechtigung für drei Monate statt zuvor einem Monat.
  • Verlängerung: Wer darüber hinaus länger bleiben möchte, kann das Visum einmal verlängern – einfach zu einer lokalen Polizeistation gehen, vor Ablauf des Visums. Für Aufenthalte von bis zu sechs Monaten muss das Residence Department in Amman aufgesucht werden.
  • Sondertipp Sheikh Hussein Bridge: Bei Einreise über den Grenzübergang Sheikh Hussein Bridge (Israel–Jordanien) ist zwingend ein eVisa erforderlich; ein „Visa on Arrival“ wird an diesem Grenzübergang nicht erteilt.

Ideale Wanderroute ab Madaba: 7-Tage-Vorschlag

Wer Madaba als Basis nutzt, kann eine kompakte, aber inhaltlich reiche Route zusammenstellen. Eine 7-Tage-Reise ergänzt das klassische Jordanien-Dreieck um Madaba, Berg Nebo und das Tote Meer. Für Wandernde empfiehlt sich folgendes Programm:

  • Tag 1–2: Ankunft in Amman, Akklimatisierung, Besuch der Zitadelle und des Römischen Theaters
  • Tag 3: Wanderung bei Jerash und Ajloun, danach Weiterfahrt nach Madaba – Nachtquartier in der Mosaikstadt
  • Tag 4: Fahrt zum Wadi Mujib, dem am niedrigsten gelegenen Naturreservat der Welt, mit Wanderung im Canyon und anschließendem Badeaufenthalt am Toten Meer.
  • Tag 5–6: Wanderung im Dana-Nationalpark und weiter nach Petra; optional die Strecke Little Petra nach Petra zu Fuß.
  • Tag 7: Rückfahrt nach Amman über den Königsweg

Diese Route lässt sich dank der neuen 3-Monats-Einreise nach Belieben verlängern, ohne Stress mit Behördengängen. Wer mehr Zeit mitbringt, kann auf der Übersicht aller Regionen Jordaniens weitere Etappen im Norden (Umm Qais, Pella) oder Süden (Wadi Rum, Aqaba) ergänzen.

Sicherheit in der Wanderregion Madaba

Wer eine Wanderreise plant, sollte auch die aktuelle Sicherheitslage im Blick behalten. Auf unserer Seite zur Sicherheit in Jordanien finden Sie aktuelle Einschätzungen. Grundsätzlich gilt: Madaba und das Wadi Mujib liegen im Kernland Jordaniens und gelten touristisch als gut erschlossen und sicher besucht. Wadi-Mujib-Wanderungen finden unter Aufsicht der Nationalparkverwaltung statt; sollten die Behörden aufgrund von Wetterverhältnissen die Wanderung nicht zulassen, gibt es Alternativrouten wie das Wadi Numeira.

Mehr zu den Highlights rund um Petra und zur Geschichte Jordaniens finden Sie in unseren ausführlichen Ratgeberseiten.

Häufige Fragen zur Einreise und Wanderreise in der Region Madaba

Was hat sich seit Januar 2026 bei der Einreise nach Jordanien geändert?

Seit Januar 2026 erhalten Reisende bei der Einreise nach Jordanien automatisch einen Aufenthaltsstempel für drei Monate – statt wie bisher für nur einen Monat. Dieser wird direkt an der Grenze in den Pass gestempelt; ein separater Gang zur Sicherheitsbehörde entfällt. Arbeitsvisa sind von dieser Regelung ausgenommen.

Benötige ich trotzdem einen Jordan Pass?

Ja, der Jordan Pass bleibt empfehlenswert. Er spart die Visumgebühr von 40 JOD (Bedingung: mindestens drei Übernachtungen), enthält einen oder mehrere Petra-Eintritte und deckt Dutzende weitere Sehenswürdigkeiten ab – darunter Jerash, die Madaba-Stätten und den Eintritt ins Wadi-Mujib-Reservat. Er muss vor der Einreise online gekauft werden.

Ist das Wadi Mujib im Jordan Pass enthalten?

Ja, die Besucherzugangsgebühr für das Wadi-Mujib-Reservat ist im Jordan Pass inkludiert. Allerdings können einzelne geführte Touren oder spezielle Trails zusätzliche Gebühren erfordern. Es lohnt sich, die aktuellen Konditionen beim Reservat direkt zu prüfen.

Wann ist die beste Reisezeit für Wanderungen rund um Madaba und im Wadi Mujib?

Für Wanderungen in der Region Madaba und am Wadi Mujib sind die Monate Oktober bis Mai ideal – die Temperaturen liegen tagsüber zwischen angenehmen 15 und 25 Grad. Der Siq Trail im Wadi Mujib ist in der Regel von Mitte April bis Mitte Oktober begehbar; im Winter und bei Starkregen bleibt er wegen Hochwassergefahr geschlossen.

Kann ich den Jordan Pass auch dann nutzen, wenn ich über die Sheikh Hussein Bridge (Israel) einreise?

Grundsätzlich ja – jedoch gilt an diesem Grenzübergang: Ein Visa on Arrival wird dort nicht ausgestellt. Wer über die Sheikh Hussein Bridge einreist, muss vorab ein eVisa oder eben den Jordan Pass online beantragt haben. Den Jordan-Pass-QR-Code ausgedruckt oder digital bereitzuhalten ist Pflicht.

Brauche ich für Wanderungen im Wadi Mujib einen Guide?

Beim populären Siq Trail ist kein verpflichtender Guide vorgesehen – der Weg ist ausgeschildert und wird von der Nationalparkbehörde überwacht. Der anspruchsvollere Ibex Trail hingegen darf nur mit einem zertifizierten Guide begangen werden. Für alle Wanderungen gilt ein Mindestalter von 18 Jahren.