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Jordanien-Tourismus 2026: Rückgang der Einnahmen – und was das für Kerak-Reisende bedeutet

Jordanien-Tourismus 2026: Rückgang der Einnahmen – und was das für Kerak-Reisende bedeutet

Die jüngsten Zahlen der jordanischen Zentralbank und des Ministeriums für Tourismus und Altertümer zeichnen ein klares Bild: Der Tourismus im Haschemitischen Königreich hat im ersten Halbjahr 2026 spürbar nachgelassen. Weniger Besucher, sinkende Einnahmen – und dennoch ein überraschend positives Signal für alle, die jetzt nach Jordanien und in die Region Kerak reisen wollen. Denn wo weniger Trubel herrscht, entfalten sich Orte wie die Kreuzritterburg Kerak, das Wadi Mujib und die Königsstraße erst richtig.

Jordanien-Tourismus 2026: Rückgang der Einnahmen – und was das für Kerak-Reisende bedeutet

Was sagen die aktuellen Zahlen aus?

Die jordanische Nachrichtenagentur Petra meldete am 20. Juli 2026 offiziell: Die Tourismuseinnahmen des Königreichs sind im ersten Halbjahr 2026 um 5,3 Prozent gesunken und lagen bei insgesamt 3,5 Milliarden US-Dollar. Das ist das Ergebnis von Daten der Central Bank of Jordan (CBJ), die damit ein klares Warnsignal für einen Sektor sendet, der traditionell rund ein Zehntel des jordanischen Bruttoinlandsprodukts ausmacht.

Bereits zu Jahresbeginn zeichnete sich die Entwicklung ab: Im Januar und Februar 2026 begrüßte das Königreich insgesamt 1.094.670 Übernachtungs- und Tagesgäste – ein Rückgang von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als noch 1.136.084 Ankünfte verzeichnet wurden.

Für den Zeitraum Januar bis April 2026 sank die Gesamtzahl der internationalen Touristenankünfte laut dem jordanischen Tourismusministerium um 5 Prozent auf rund 2,014 Millionen Besucher. Besonders auffällig: Die Zahl der Übernachtungstouristen fiel sogar um 7,8 Prozent auf 1,627 Millionen Besucher.

Warum gehen die Einnahmen zurück?

Jordaniens Tourismus litt im ersten Quartal 2026 unter den Nachwirkungen des Konflikts zwischen dem Iran und der US-israelischen Allianz in der Region. Die Daten zeigen einen Rückgang der Tourismuseinnahmen um 9,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – ein Spiegel der anhaltenden regionalen Entwicklungen, trotz aller Bemühungen, den Tourismus anzukurbeln und die Erholung des Sektors zu erhalten.

Besonders stark traf es westliche Quellmärkte: Der Rückgang bei den Tourismuseinnahmen im ersten Halbjahr 2026 ist hauptsächlich auf geringere Einnahmen von jordanischen Auslandsjordaniern (minus 12,1 Prozent), amerikanischen Besuchern (minus 25,6 Prozent), europäischen Besuchern (minus 28,2 Prozent) sowie asiatischen Staatsangehörigen (minus 3,5 Prozent) zurückzuführen.

Ein Lichtblick: Die Tourismuseinnahmen aus arabischen Besuchern stiegen im selben Zeitraum um 6,5 Prozent. Und auch für den Juni 2026 gibt es Positives zu berichten: Im Juni 2026 stiegen die Tourismuseinnahmen um 7 Prozent und erreichten 685 Millionen US-Dollar. Das deutet darauf hin, dass sich die Lage im Verlauf des Jahres stabilisiert.

Was bedeutet das für Reisende nach Kerak?

Für Individualreisende, die die Region Kerak abseits der Hochsaison erleben wollen, könnte dieser Moment kaum besser sein. Weniger internationale Besucher bedeuten kürzere Warteschlangen an der Kreuzritterburg, ruhigere Wanderwege im Wadi Mujib und ein authentischeres Reiseerlebnis entlang der historischen Königsstraße. Wer jetzt bucht, trifft auf ein Land, das seine Gäste besonders herzlich empfängt – und das mit einem klaren Bekenntnis zur Sicherheit und zur Gastfreundschaft.

Die Kreuzritterburg Kerak wurde in den 1140er-Jahren erbaut und zählt zu den größten Burgen der Levante. Ihre strategische Lage östlich des Toten Meeres ermöglichte es ihr, die Handelsrouten von Damaskus nach Ägypten und Mekka zu kontrollieren – sie war eine bedeutende Festung während der Kreuzzüge. Heute ist sie ein faszinierendes Ziel für Geschichtsinteressierte und der natürliche Ausgangspunkt für eine Erkundung der gesamten Region.

Auf dem Weg entlang der Königsstraße von Amman nach Petra liegt die Region Kerak ideal: Das Wadi-Mujib-Tal – der Grand Canyon Jordaniens – bildet eine spektakuläre Kulisse auf der Fahrt entlang der historischen Route. Und wer noch tiefer in die Natur eintauchen möchte, findet im angrenzenden Wadi-Mujib-Biosphärenreservat ein unvergessliches Erlebnis.

Wadi Mujib: Canyoning als Wassererlebnis der besonderen Art

Auch wenn Kerak nicht unmittelbar am Meer liegt, ist die Region Ausgangspunkt für ein einzigartiges Wasserabenteuer, das einem Tauchgang unter Fels und Wasser gleichkommt: den Siq Trail im Wadi Mujib. Der westliche Teil des Flusses ist Standort des Mujib-Biosphärenreservats, das für Wanderungen und Canyoning inmitten dramatischer Felsformationen bekannt ist.

Hier durchwaten Abenteurer reißende Strömungen, klettern an Seilen empor und tauchen buchstäblich in die Welt des Wassers ein. Der Aufstieg gegen die Strömung mit Wasserfällen wirkt wie eine Reise durch den Siq, der zur Schatzkammer von Petra führt – aber mit Wasser. An manchen Stellen erfordert der Aufstieg gegen die Strömung echte Körperkraft und Schwimmkenntnisse. Feste Wasserschuhe und wasserdichte Taschen sind dabei unverzichtbar.

Der Siq Trail ist von April bis Oktober zugänglich und bietet auch für Schnorchel- und Tauchbegeisterte eine einzigartige Erfahrung: Das klare Wasser der Schlucht, die von steilen Felswänden gesäumt wird, schafft eine ganz eigene Unterwasserwelt – ohne Meer, aber mit atemberaubendem Erlebniswert. Wadi Mujib gilt als der Grand Canyon Jordaniens: Tief hat sich der Fluss in das Gestein geschnitten und eine spektakuläre Schluchtenlandschaft geschaffen. Steile Felswände ragen hoch in den Himmel, während unten Wasser rauscht und sich durch das Tal schlängelt. Wadi Mujib ist Natur pur – rau, überraschend grün und voller Energie.

Europäische Reisende: Jetzt ist der richtige Moment

Für Deutsche, Österreicher und Schweizer lohnt sich der Blick nach Jordanien derzeit besonders. Zwischen Januar und September 2025 reisten 58.443 Besucher aus Deutschland nach Jordanien – ein deutlicher Zuwachs gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 36.184 Reisenden, wenngleich noch unter dem Niveau von 2023 mit 66.952 Gästen. Trotz des leichten Rückgangs im Frühjahr 2026 zeigen die Zahlen: Deutschland bleibt ein wichtiger Quellmarkt.

Eurowings fliegt seit Ende Oktober 2025 zweimal wöchentlich von Stuttgart nach Amman, EasyJet verbindet Berlin mit Aqaba am Roten Meer. Ryanair bietet 18 Routen aus zwölf europäischen Ländern nach Jordanien – von Deutschland aus ab Karlsruhe und Memmingen. Auch Royal Jordanian verstärkt sein Angebot: Ab Ende März 2026 nimmt die nationale Airline Hamburg und München neu ins Programm auf.

Das Ergebnis: Die Anreise nach Jordanien ist aus Deutschland so einfach und günstig wie nie zuvor. Wer die ruhigere Reisesaison nutzt und über den Jordan Pass die Eintrittsgebühren in Petra und über 40 weitere Sehenswürdigkeiten im Voraus deckt, reist besonders entspannt.

Kerak als Ausgangspunkt: Was Sie in der Region erleben können

Die Gouvernorat Kerak ist weit mehr als eine Durchgangsstation. Auf der Königsstraße gelegen, dreht sich in Al Karak alles um die Kreuzritterburg Kerak – eine gewaltige Festung mit atemberaubendem Blick über die Canyons. Der Souk, ein Teller Mansaf und die perfekte Lage zwischen Amman, Petra und dem Toten Meer machen den Ort zu einem idealen Stopp.

Wer die Region erkundet, entdeckt dabei:

  • Kerak Castle: Eine der bedeutendsten Kreuzritterburgen des Nahen Ostens, hoch auf einem Felssporn gelegen mit Panoramablick über Jordaniens Wüstenlandschaft.
  • Wadi Bin Hammad: Ein grünes Tal mit Quellen und Wasserfällen – ideal für Wanderungen abseits der Touristenpfade.
  • Wadi Mujib Siq Trail: Das Canyoning-Erlebnis schlechthin in Jordanien, buchbar von April bis Oktober, mit Schwimmwesten und Wasserschuhen direkt an der Kasse erhältlich.
  • Königsstraße (Kings Highway): Eine der ältesten Handelsrouten der Welt, die Kerak mit Petra, Madaba und Amman verbindet.
  • Dana-Biosphärenreservat: In unmittelbarer Nähe zu Kerak liegt das größte Schutzgebiet Jordaniens mit einzigartiger Flora und Fauna.

Für alle, die in Jordanien einen aktiven Urlaub mit Wasserabenteuern planen, lohnt ein Blick in unsere Rundreisen-Übersicht, wo Kerak meist auf der Route entlang der Königsstraße eingeplant ist. Auch die Felsenstadt Petra ist von Kerak aus bequem in rund eineinhalb Fahrstunden erreichbar.

Sicherheit und Einreise: Was Reisende wissen sollten

Die regionalen Spannungen, die den Tourismusrückgang mitverursacht haben, betreffen Jordanien nicht direkt als unsicheres Reiseziel – sie haben vielmehr das allgemeine Reiseverhalten beeinflusst. Das Königreich selbst gilt als stabil und sicher. Wer sich vor der Reise informieren möchte, findet auf unserer Seite zur Reisesicherheit alle aktuellen Hinweise.

Für die Einreise nach Jordanien benötigen deutsche, österreichische und Schweizer Staatsangehörige ein Visum, das bequem über den Jordan Pass oder bei der Einreise erworben werden kann. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Reiseplanungs-Bereich. Wer Jordanien intensiver kennenlernen möchte, findet auf unserer Städte- und Regionen-Übersicht alle wichtigen Infos zu Kerak und den umliegenden Gebieten.

Praxis-Tipps für Ihren Kerak-Aufenthalt

  • Beste Reisezeit: März bis Mai und September bis November – angenehme Temperaturen für Wanderungen und Canyoning, der Siq Trail im Wadi Mujib ist geöffnet.
  • Anreise: Flug nach Amman (Queen Alia International Airport), dann Mietwagen oder Bustransfer entlang der Königsstraße (ca. 2 Stunden).
  • Jordan Pass: Deckt die Eintrittsgebühr für Kerak Castle sowie Petra und über 40 weitere Sehenswürdigkeiten ab – lohnt sich ab 3 Tagen Aufenthalt.
  • Wadi Mujib Siq Trail: Online-Buchung über die Royal Society for the Conservation of Nature (RSCN) empfehlenswert; Wasserschuhe und Trockenbeutel vor Ort erhältlich.
  • Unterkunft: In Kerak selbst gibt es kleine, authentische Gästehäuser; komfortablere Hotels finden sich am Toten Meer (ca. 40 Minuten entfernt).
  • Währung: Jordanischer Dinar (JOD); Kreditkarten in Hotels und größeren Restaurants akzeptiert, Bargeld für lokale Märkte empfehlenswert.

Häufige Fragen zu Kerak und dem Jordanien-Tourismus 2026

Warum sind die Tourismuseinnahmen in Jordanien 2026 gesunken?

Die Zentralbank Jordaniens und das Tourismusministerium führen den Rückgang auf die regionalen Spannungen und Konflikte zurück, die das allgemeine Reiseverhalten beeinflusst haben. Im ersten Halbjahr 2026 sanken die Einnahmen um 5,3 Prozent auf 3,5 Milliarden US-Dollar. Besonders betroffen waren europäische und amerikanische Quellmärkte, während arabische Besucher um 6,5 Prozent zulegten. Ab Juni 2026 zeigen die Zahlen wieder eine positive Trendwende.

Ist Kerak ein sicheres Reiseziel 2026?

Ja, Kerak und Jordanien insgesamt gelten als stabile und sichere Reiseziele. Die regionalen Spannungen haben zwar das Reiseverhalten beeinflusst, berühren aber nicht die Sicherheitslage innerhalb Jordaniens direkt. Alle aktuellen Reisehinweise sollten vor der Reise auf der Seite des Auswärtigen Amts und unserer eigenen Sicherheitsseite geprüft werden.

Was kann ich in der Region Kerak tauchen oder schnorcheln?

Kerak liegt nicht am Meer, bietet aber mit dem Wadi Mujib Siq Trail ein einzigartiges Wassererlebnis: Canyoning durch eine enge Schlucht mit Wasserfällen, das einem Tauchgang in die Natur gleichkommt. Wer echtes Schnorcheln und Tauchen sucht, findet das an Jordaniens einziger Meeresküste in Aqaba am Roten Meer – von Kerak in rund zwei Stunden erreichbar.

Wann ist der Siq Trail im Wadi Mujib geöffnet?

Der Siq Trail ist in der Regel von April bis Oktober geöffnet. Außerhalb dieser Monate kann die Schlucht aufgrund von Hochwassergefahr gesperrt sein. Eine Online-Buchung über die RSCN (Royal Society for the Conservation of Nature) wird empfohlen, da die Kapazitäten begrenzt sind.

Lohnt sich der Jordan Pass für einen Kerak-Besuch?

Ja, der Jordan Pass lohnt sich für alle, die mehrere Sehenswürdigkeiten besuchen möchten. Er umfasst die Eintrittsgebühr für Kerak Castle, Petra und über 40 weitere Stätten sowie das Visum. Besonders für Reisende, die Kerak als Teil einer Rundreise entlang der Königsstraße erleben möchten, ist er eine klare Empfehlung.

Gibt es direkte Flüge von Deutschland nach Jordanien?

Ja, die Verbindungen haben sich zuletzt deutlich verbessert. Royal Jordanian fliegt seit Ende März 2026 nonstop von Hamburg und München nach Amman. Eurowings verbindet Stuttgart mit Amman, EasyJet fliegt von Berlin nach Aqaba, und Ryanair bietet Verbindungen ab Karlsruhe und Memmingen an.